Branchenbuch für Tierhalter
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Für Jäger und Förster ist er unverzichtbar – der Jagdhund. Dabei gibt es nicht den typischen Jagdhund. Vielmehr bezeichnet der Begriff eine Gruppe von Haushunderassen, die auf verschiedene jagdliche Einsatzgebiete spezialisiert sind.
Der moderne Jäger unterscheidet Stöberhunde, Vorstehhunde, Apportierhunde, Schweißhunde, Erdhunde oder Terrier sowie jagende Hunde.
Der Stöberhund stöbert, wie es der Name schon sagt, selbständig und ohne Kontrolle des Hundeführers Wild auf. Findet er eine potentielle Beute, wird er spurlaut. Das bedeutet, dass der Hund anfängt zu bellen, wenn er die Spur eines Tieres findet. Der Klang des Bellens ist dabei höher als der normale Bell-Ton. Dadurch zeigt der Hund dem Jäger an, wohin das Wild flüchtet.
Diese Spezialisten verharren völlig laut- und bewegungslos mit Blick in Richtung des Wildes sobald sie eine Spur aufgenommen haben. So wird die Beute nicht aufgescheucht und der Jäger kann sich in aller Ruhe auf den Schuss vorbereiten. Vorstehhunde sind nicht dazu geeignet, das Wild selbst zu jagen. Das Vorstehen erfordert absolute Geduld von den Hunden.

Retriever oder Apportierhunde spüren geschossenes Wild auf und bringen es dem Jäger. Vor allem erlegte Vögel könnten vom Jäger im dichten Unterholz oder auf einer Wasserfläche oft nicht mehr gefunden werden. Die Hunde dürfen deshalb auf keinen Fall wasserscheu sein.
Apportierhunde arbeiten oft auch als Rettungshunde bei Berg- oder Lawinenunfällen oder in Rettungsstaffeln von Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen. Im Bereich der Verbrechensbekämpfung eignen sie sich aufgrund ihrer feinen Nasen hervorragend als Drogenspürhunde.
Retriever sind in den vergangenen Jahren zu einer Modeerscheinung geworden. Sie werden deshalb nur noch selten als Gebrauchshund, stattdessen überwiegend als Familienhund gehalten. Um ihren Bewegungsdrang zu befriedigen empfehlen sich verschiedene Hundesportarten.
Der Begriff Schweiß wird in der Jägersprache verwendet und bedeutet Blut. Schweißhunde sind dazu da, verletztes oder getötetes Wild zu finden. Die Hunde verfügen über eine besonders feine Nase und nehmen ihre Spur anhand des Blutgeruchs auf. Wild, das bereits am Vortag verletzt wurde, können sie bei schlechtem Wetter und in mehreren Kilometern Entfernung aufspüren.
Eine Menge Geduld, Ausdauer und Charakterstärke gehören zu dieser Disziplin. Die Ausbildung dieser Hunde ist entsprechend zeitaufwendig. Nur durch häufigen Sucheinsatz und Training kann die Leistung der Hunde erhalten werden. Ein durchschnittlicher Jäger kann diesen Aufwand kaum leisten. Die Spezial-Hunde und deren Führer sind deshalb selten und teuer. Sie werden nur bei Bedarf engagiert.

Diese Hunde sind speziell dazu gezüchtet, Füchse oder Dachse zu jagen. Mit ihrem geringen Brustumfang können sie die Tiere bis in deren unterirdischen Bau verfolgen und sie dort durch Bellen und angetäuschte Angriffe zum Verlassen bewegen.
Die traditionelle Form des Jagdhundes wird eingesetzt, um das Wild aufzuspüren und es dem Jäger vor die Flinte zu treiben. Bracken werden bei der Jagd nach Niederwild wie Hasen und Füchsen eingesetzt, während Laufhunde überwiegend für die Jagd auf Hochwild eingesetzt werden.
Um überhaupt für die Jagd eingesetzt werden zu dürfen, muss ein Hund waidgerecht sein. Das heißt, er muss sich einer Brauchbarkeitsprüfung unterzogen haben. Dazu muss der Hund Merkmale aufweisen, die ihn entweder zu den Vorstehhunden, Schweißhunden, Stöberhunden, Bracken, Erdhunden oder Apportierhunden einordnen lassen. Außerdem muss er mindestens zwölf Monate alt sein und anhand einer tätowierten Nummer oder eines Identifikationschips zweifelsfrei identifizierbar sein.
Zur Abnahme einer Brauchbarkeitsprüfung sind die zuständigen Landesjagdverbände und die dazu gehörigen lokalen Jagdverbände berechtigt.
Sie umfasst folgende Fächer:
Jagd ist Ländersache. Deshalb hat jedes Bundesland eine eigene detaillierte Ordnung zur Durchführung der Prüfung.