Lesehunde nehmen Kindern die Angst

Über 15 Prozent der Kinder im Schulalter leiden an Dyslexie. Diese Leseschwäche kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein: Während manche Kinder beim Lesen oft ins Stocken geraten, kann es bei anderen sogar zu einer völligen Lesehemmung kommen. Das Projekt "LeseHund" aus München setzt genau hier an. Ein Hund hilft betroffenen Kindern, ihre Angst vor dem Lesen zu überwinden.

Die Lesehemmung

In den USA haben bereits 40 % der Schüler Schwierigkeiten beim Lesen. Auch in Deutschland nehmen die Fälle zu. Die Lehrer sind mit dem Problem oft überfordert und wissen nicht recht, wie sie ihre Schüler wirksam unterstützen können.

Die Freude am Lesen entsteht bei betroffenen Kindern gar nicht erst, denn Hänseleien und Kritik entmutigen schnell. Viele Kinder entwickeln eine regelrechte Angst vor dem Lesen und auch ihr Selbstwertgefühl leidet darunter. Lesehunde helfen, diese Ängste abzubauen.

Das Projekt

In den USA setzt man Lesehunde bereits häufig ein. Erfahrungen dort zeigen, dass Kinder sich wohler fühlen, wenn sie einen Hund als "Lesepartner" haben. Lehrer berichten, dass Kinder, die einem Hund vorlesen, besser werden, Ängste abbauen und Selbstvertrauen aufbauen. Kinder lesen einem Hund mit stärkerer Stimme und mehr Selbstbewusstsein vor, denn die Situation wirkt auf sie nicht so bedrohlich wie die in der Schulklasse. Die Nachhilfe und die Zeit mit dem Hund wird zu einem erfreulichen, persönlichen Erlebnis für das Kind.
 
Das Projekt "LeseHund" in München ist einiges der wenigen dieser Art in Deutschland und wendet die Erfahrungen, die man in den USA gemacht hat, in deutschen Schulen an. Das ehrenamtliche Projekt der Tiere-helfen-Menschen e.V. und Die Streichelbande e.V. und wurde von der Tierheilpraktikerin Kimberly Ann Grobholz ins Leben gerufen.

Die Lesezeit mit Hund

Das Team von "LeseHund" ermöglicht es betroffenen Kindern, wöchentlich einem Hund vorzulesen. Auch wenn die kostenlose Übung nur 20 Minuten dauert, die Schüler freuen sich auf ihren Lesehund und darauf, ihm eine Geschichte vorzulesen. Der Text, den die Kinder dabei lesen, ist genau auf ihre jeweiligen Lesefähigkeiten abgestimmt. Der Hundebegleiter ist dabei nur dazu da, um Fragen zu beantworten, kleine Hilfeimpulse zu geben und um den Lesefluss aufrecht zu erhalten und natürlich um das Kind zu loben.
 
Für das Projekt arbeiten ehrenamtliche Teams aus Hund und Begleiter. Alle Hunde haben als Besuchsdiensthunde bereits viel Erfahrung, sind gehorsam, sanft und kinderlieb. Die Tiere sind außerdem natürlich gesund, geimpft und entwurmt.

Die Begleitpersonen verfügen alle über viel Erfahrung im Vorlesen als Mütter und Omas – und auch Väter und Opas sind dabei. Die Begleiter bringen oft jahrelange Erfahrung als ehrenamtliche Besuchsdienstler in Altenheimen, Kinderheimen, Kindergärten und Behinderten-Einrichtungen mit.

Die Lesehunde bei WerWasWo.

 
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