Artgerechte Haltung von Zwergkaninchen

Süße Nager mit besonderen Ansprüchen

Zwergkaninchen sind gesellige Nager. Sie sind neugierig, bewegungsfreudig und knabbern an allem, was ihnen vor die Zähne kommt. Sie müssen deshalb ein Zuhause haben, in dem sie ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen können.

Zwergkaninchen brauchen Gemeinschaft
Die kleinen Verwandten der Hasen leben in der Natur in Gruppen, weshalb sie sich in Einzelhaltung überhaupt nicht wohlfühlen. Zwergkaninchen gelten als sehr soziale Tiere und brauchen den Kontakt mit Artgenossen, um lange gesund und munter zu bleiben. Allerdings vertragen sich nicht alle Zwergkaninchen, das Geschlecht ist dabei oft entscheidend.

Männchen und Weibchen: Welche Haltung ist empfehlenswert?
Zwei Rammler vertragen sich nur, wenn sie zusammen aufgewachsen sind, und dann auch nur in den ersten Lebensmonaten. Danach beginnen ernste Rangkämpfe, die nicht selten zu schweren Verletzungen führen. Deshalb sollten männliche Zwergkaninchen nach etwa vier Monaten getrennt werden. Werden beide Männchen jedoch kastriert, klappt das Zusammenleben recht gut. Durch den Eingriff werden beide Rammler viel ruhiger und der Haussegen im Hasenstall ist wieder hergestellt. Viel besser vertragen sich mehrere Weibchen, besonders wenn sie Geschwister sind. Sobald die Geschlechtsreife einsetzt, kann es aber auch hier zu Auseinandersetzungen mit oftmals blutigen Bisswunden kommen. Hierbei kann wiederum ein kastriertes Männchen für Ruhe sorgen. Ein Pärchen sollte nur dann zusammen gehalten werden, wenn Nachwuchs erwünscht oder das Männchen kastriert ist, denn Zwergkaninchen sind recht paarungsfreudig. Zudem kann das Weibchen durch einen aktiven Rammler sehr gestresst werden.

Tierische Freundschaften
Auch Meerschweinchen können friedlich mit Zwergkaninchen zusammenleben, allerdings sollten dann von jeder Art zwei Tiere vorhanden sein, damit die Artgenossen untereinander kommunizieren können. In seltenen Fällen entstehen auch ungleiche Freundschaften zwischen Katzen oder Hunden und Zwergkaninchen. Die Kontakte müssen jedoch freiwillig entstehen und sollten nie erzwungen werden!

Für Beschäftigung sorgen
Zwergkaninchen auf der Wiese Fangen Zwergkaninchen an, in die Gitterstäbe zu beißen oder andere Verhaltensauffälligkeiten zu zeigen, lässt dies auf falsche Haltung schließen. Kaninchen brauchen genügend Platz, um ihrem Bewegungstrieb nachkommen zu können. Sie brauchen außerdem höhlenartige Rückzugsmöglichkeiten und sie sollten ihre Zähne an geeigneten Materialien abwetzen können. Dafür eignen sich zum Beispiel ungiftige Äste, Baumrinde oder anderes, unbehandeltes Holz. Futterspieße, Heurollen, Halbröhren und Gänge zum Durchlaufen bieten ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ideale Haustiere für Berufstätige oder Schulkinder
Stimmen die Haltungsbedingungen und bietet das Gehege ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, können Zwergkaninchen auch mehrere Stunden alleine verbringen, ohne sich zu langweilen. Am Morgen sollte den kleinen Nagern genügend Futter bereitgestellt werden: Heu, Gemüse wie z.B. Möhren und Kohlrabi und Grünfutter schmecken den flauschigen Gesellen besonders gut. Frisches Wasser nicht vergessen! Abends darf dann ausgiebig gekuschelt werden. Auch der Stall sollte jeden Tag gereinigt werden - sonst kann es unangenehm riechen. Sind die Lebensbedingungen angemessen, kann ein Zwergkaninchen gut und gerne acht bis zehn Jahre alt werden. Das sollte bereits bei der Anschaffung bedacht werden!

Kaninchen-Sprache
Zwergkaninchen wissen es zu schätzen, wenn man in einem ruhigen Tonfall mit ihnen spricht, denn sie lernen erstaunlich schnell, was Worte und Tonlagen zu bedeuten haben. Dabei sind Kaninchen eher leise Tiere, wichtiger ist bei ihnen die Körpersprache:

  • Sind die Ohren angelegt, der Kopf vorgestreckt und das Schwänzchen steht nach hinten ab, so sollte man sich in Acht nehmen, das Zwergkaninchen könnte im nächsten Moment zubeißen.
  • Drückt es sich flach auf den Boden, hat es Angst und will sich verstecken.
  • Ein Trommeln mit den Hinterläufen ist ein Warnzeichen bzw. eine Drohgebärde und Äußerung von Angst. Den Artgenossen wird dadurch signalisiert, dass sie sich schnell verstecken sollen.
  • Auf die Hinterläufe gestellte Zwergkaninchen sind neugierig und wollen sich einen besseren Überblick verschaffen oder Gerüche erschnuppern.

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