Ratten als Haustiere
Rattenscharfe Mitbewohner
„Igitt, eine Ratte!“ Die Nager haben ein schlechtes Image. Doch was die einen ekelt, ruft bei den anderen pure Verzückung hervor, Ratten als Haustiere sind sehr beliebt. Tipps für ein rattenscharfes Miteinander.
Ratten als Schädlinge
Krankheitsüberträger, Schädling, Zeichen für Unsauberkeit: Ratten haben sich über Jahrhunderte einen schlechten Ruf eingefangen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wo sich Haus- und Wanderratten überall herumtreiben. Wie viele Ratten es gibt, weiß niemand. Schätzungen gehen aber davon aus, dass auf jeden Bewohner eines Ballungsgebietes zwei bis drei Ratten kommen. Deshalb: Keine Abfälle herumliegen lassen und Essensreste nicht über die Toilette, sondern ordentlich im Mülleimer entsorgen.
Ratten als Lebensretter
Ratten werden aber nicht nur bekämpft, sondern können dem Menschen sogar nützlich sein. Denn die Nagetiere sind intelligent: Sie orientieren sich mühelos in Labyrinthen, leben in ausgeklügelten Sozialsystemen und sind äußerst lernfähig. Dank ihres ausgezeichneten Geruchsinns erkennen sie z. B. Tuberkulosekranke an ihrem Atem. Allein 2009 konnten 690 TB-Infizierte mit Hilfe von Ratten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Auch bei der Suche nach gefährlichen Landminen leisten die Nager seit langem wertvolle Dienste und stehen Minenspürhunden in nichts nach. Im Gegenteil: Speziell trainierte Riesenhamsterratten erschnüffeln schon geringste Sprengstoffkonzentrationen und verhindern dadurch folgenschwere Unfälle.
Ratten als Haustiere
Ratten als Haustiere Neben diesen heldenhaften Einsätzen sind Farbratten aber auch ideale Haustiere. Sie sind gelehrig, zutraulich und einfach putzig. Daher werden Ratten als Haustiere immer beliebter. Die Tiere sollten in kleinen Gruppen gehalten werden, denn Ratten sind sehr sozial und brauchen ständigen Kontakt zu Artgenossen. Achtung: Ein Weibchen bekommt zehn Mal im Jahr vier bis fünf Junge. Halten Sie Ratten als Haustiere am besten nur gleichgeschlechtliche Tiere halten oder die Männchen kastrieren lassen. Die Ratten sollten sich möglichst von klein auf kennen – sonst kann es zu Rivalitäten kommen.
Wie sollte der Rattenkäfig beschaffen sein?
Generell gilt beim Käfig für Ratten als Haustiere: Je größer, desto besser. Für zwei Ratten eignen sich Abmessungen von ca. 80 bis 100 cm Breite, 50 cm Tiefe und ca. 100 cm Höhe. Da die Nager gerne klettern, sollten mehrere Etagen eingerichtet werden. Bei der Wahl des Standorts sollte man Zugluft, Hitze und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Als Einstreu eignen sich Kleintierstreu, Stroh oder Heu. Nicht verwendet werden sollte Hamsterwatte, denn die Fasern wickeln sich um die Zehen und schnüren ein. Bei der Einrichtung darf man seiner Phantasie freien Lauf lassen: Stege, Schaukeln, Seile, Röhren – alles, was die Neugier der pelzigen Gesellen wecken könnte, bereichert ihr Zuhause. Ein Schlafhäuschen dient als Rückzugsort. Vor dem Auslauf das Zimmer unbedingt „rattensicher“ machen: Kabel abdecken, Schränke schließen, giftige Zimmerpflanzen wegräumen und sich schon mal darauf einstellen, dass Möbelecken oder Fußleisten angeknabbert werden könnten – Ratten sind nun mal Nagetiere.
Was fressen Ratten gerne? Als Grundnahrung bietet sich Rattenfutter aus dem Zoohandel an. Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine. Aber auch gekochte Nudeln oder Eier sowie Joghurt werden gerne von Ratten als Haustieren angenommen. Unverträglich sind hingegen Schokolade, Koffein, rohe Bohnen, alle Kohlarten, Mineralwasser und scharf gewürzte Speisen. Spezielle Nagesteine oder harte Brotkrusten dienen der Zahnpflege.
Ist meine Ratte gesund?
Halten Sie Ratten als Haustiere, erkennen Sie eine gesunde Ratte an klaren Augen, dichtem Fell und ihrer fidelen Art. Anzeichen für Krankheiten sind z. B. Augen- oder Nasenausfluss, schnelle Atmung, gesträubtes Fell, Nahrungsverweigerung und Apathie. Wenn sich die Tiere häufig kratzen, können Läuse oder Milben dahinter stecken. Bei einem oder mehrerer dieser Anzeichen oder sonstigen Auffälligkeiten: Am besten gleich zum Tierarzt!
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