Autofahren mit Hund
Vierbeiner fährt mit
Wer seinen Hund im Auto transportiert, muss für ausreichend Sicherheit sorgen. Der TIER.TV-Überblick zeigt, welche Systeme beim Autofahren mit Hund geeignet sind.
Im Auto kann der Vierbeiner schnell zum Risiko werden – etwa, wenn sich das Tier unvorhergesehen verhält und einen Unfall verursacht – oder, wenn der Hund beim Aufprall oder bei einer Vollbremsung zum Geschoss wird. Das bedeutet Lebensgefahr – für den Hund und für die Passagiere. In der Nähe von Konstanz starb beispielsweise erst kürzlich ein Hund bei einem Autounfall: Der Rehpinscher wurde beim Aufprall des Wagens einfach vom Airbag zerquetscht, Fahrer und Beifahrer kamen mit Verletzungen davon. Ein solcher Fall ist nicht nur tragisch, sondern zieht auch rechtliche Konsequenzen nach sich – denn in Deutschland besteht für Tiere eine Sicherungspflicht im Auto, bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Verursacht ein Tier nachweislich einen Unfall, springt nicht einmal die Kaskoversicherung ein. Trotzdem fahren schätzungsweise rund 80 Prozent der Hunde ungesichert im Auto mit. Doch wie wird das Autofahren mit Hund sicherer?
Schutzdecken nur für leichte Kollisionen
Am bequemsten zu handhaben sind spezielle Schutzdecken, die an den Kopfstützen von Rückbank und Vordersitzen befestigt werden. In der entstehenden Mulde kann sich der Hund während der Fahrt aufhalten. Aber: Schutzdecken sind nicht ausreichend sicher und daher nicht empfehlenswert! Denn ein 20 Kilogramm schwerer Hund hat laut ADAC bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h eine Aufprallwucht von mehr als einer halben Tonne!
Doppelte Haltegeschirre halten nicht immer
Der ADAC rät von einfachen Haltegeschirren bzw. Sicherheitsgurten, die am Rücksitz fixiert werden, ab. Der Crashtest zeigte, dass das Hundegeschirr den Belastungen eines Aufpralls nicht standhält. Der Hund wird durch den Wagen nach vorne geschleudert und kann Fahrer und Beifahrer zusätzlich verletzen. Die Folgen für das Tier: Lebensgefährlich. Bedingt empfehlenswert sind doppelte Geschirre, sie fixieren den Körper des Hundes rechts und links am Sitz. Bei dieser Befestigungsart sollte man jedoch darauf achten, dass die Gurte fest gezurrt sind und kein Spiel nach vorne haben. Verankert wird das Geschirr entweder in den Gurtschlössern oder – falls vorhanden – mit einer Isofix-Verbindung.
Autofahren mit Hund: Transportbox ist am sichersten
Am sichersten beim Autofahren mit Hund, so der ADAC-Crashtest, ist eine spezielle Transportbox. Allerdings sollte diese nicht auf den Rücksitz gestellt werden, die Box wird ansonsten beim Aufprall oder bei einer Vollbremsung durch den Fahrgastraum katapultiert. Der richtige Platz für die Transportbox ist der Fußraum zwischen Rückbank und Vordersitz, so hat der Behälter kaum Bewegungsspielraum und Hund und Herrchen sind im Falle eines Unfalls ausreichend geschützt. Wer einen Kombi fährt, sollte außerdem ein Schutzgitter zum Fahrgastraum installieren – die Transportbox ist dann auch im Kofferraum sicher aufgehoben.
Für große Hunde: Fest installiertes Schutzgitter
Wenn der Hund zu groß für eine Transportbox ist, hat sich auch das klassische Trenngitter bewährt. Dieses bietet relativ guten Schutz – vorausgesetzt, das Gitter ist fest installiert!
Hinweis: Immer auf Prüfnormen achten
Generell gilt beim Autofahren mit Hund: Waldi auf der Hutablage oder ungesichert auf dem Rücksitz sind unverantwortliche Sicherheitsrisiken! Wer beim Kauf eines Tiersicherungssystems auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu Modellen greifen, die durch ein Crashtestverfahren geprüft wurden. Der ADAC empfiehlt Produkte, die den Prüfnormen ECE R17, ECE R 126 oder DIN 75410-2 entsprechen.
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