Diabetes beim Hund: Das steckt hinter der Zuckerkrankheit

Viel Durst kann ein Warnzeichen sein

Viel Durst kann ein Warnzeichen sein © whiggles - flickr

Großer Durst, großer Hunger und trotzdem nimmt der Hund ab? Ursache dafür kann die Zuckerkrankheit sein. Denn Diabetes beim Hund kommt immer häufiger vor. Ein Grund: Übergewicht.

Rund 30.000 Hunde leiden in Deutschland an Diabetes. Diabetes mellitus zählt somit zu den häufigsten hormonell bedingten Erkrankungen beim Hund, sagt der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. in einer Pressemitteilung. Die Zuckerkrankheit tritt meist im Alter zwischen sieben und neun Jahren auf. Weibliche Tiere sind doppelt so oft betroffen wie Rüden. Am häufigsten erkranken die Rassen Dackel, Beagle, Zwergschnauzer und Pudel.

Diabetes beim Hund: Was passiert im Körper?
Doch was genau geschieht bei einer Diabetes im Körper? Zucker (Glukose) ist der Hauptenergielieferant des Körpers. Das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin ist für den Transport der Glukose in die Körperzellen verantwortlich. Fehlt Insulin, reichert sich die Glukose im Blut statt in den Zellen an, der Blutzuckerspiegel steigt. Überschreitet dieser einen bestimmten Wert, wird über die Nieren vermehrt Glukose ausgeschieden – verbunden mit erhöhtem Flüssigkeitsverlust und Durst. Der Hund trinkt daher mehr als üblich und muss entsprechend häufig Wasser lassen. Gleichzeitig „hungern“ die Körperzellen nach Glukose und versuchen, den Mangel aus anderen Nährstoffen zu decken. Deshalb frisst ein diabetisches Tier auch sehr viel mehr. Trotzdem nimmt der Hund ab, da die Nahrung nicht richtig verwertet werden kann.

Behandlung von Diabetes beim Hund
Bei Verdacht auf Diabetes wird der Tierarzt den Blutzuckergehalt messen und die erforderliche Insulin-Dosis festlegen, die ein Patient täglich und wahrscheinlich ein Leben lang benötigt. Die Insulingabe kann der Tierhalter nach Einweisung zu Hause selber durchführen. Je nach Krankheitsverlauf muss die Insulin-Dosis nach oben oder unten korrigiert werden. Diese Anpassungen sollten ausschließlich vom Tierarzt vorgenommen werden. Auch eine auf die Bedürfnisse des diabeteskranken Hundes ausgerichtete Diät mit hohem Rohfaseranteil hat einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Was muss ich bei der Gabe von Insulin beachten?
Wichtig ist die Aufbewahrung des Insulins im Kühlschrank. Es darf unter keinen Umständen geschüttelt werden, sondern muss vor jeder Insulingabe vorsichtig hin- und hergerollt werden, damit sich das Insulin löst. Das Schütteln der Flasche führt dazu, dass die Insulinmoleküle auseinanderbrechen und das Insulin nicht mehr richtig wirkt. Nach etwa einem Monat sollte eine neue Flasche verwendet werden. Das Spritzen von Insulin ist keine Hexerei. Häufig gewöhnen sich Hunde schneller an die tägliche Insulinspritze als ihre Menschen. Da die Nadel sehr fein ist, klappt der Piks nach kurzer Eingewöhnungszeit problemlos. Achten Sie darauf, die Stellen für die Injektion zu wechseln, um Entzündungen oder Hautverdickungen zu vermeiden.

Welches Futter sollte ein Hundediabetiker bekommen?
Eine auf die Bedürfnisse des diabeteskranken Hundes ausgerichtete Diät mit hohem Rohfaseranteil hat einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Zudem gibt es speziell für diabetische Hunde entwickeltes Diätfutter. Es gewährleistet, dass Kohlehydrate nur langsam in die Blutbahn gelangen und somit der Blutzuckerspiegel konstant gehalten werden kann. Sollte der Hund Fertigfutter nicht annehmen, ist auch eine selbstgekochte Diät aus gekochtem Hühnerfleisch und Quark möglich.

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