Hundeallergie

Tränende Augen, laufende Nase

Tränende Augen, laufende Nase © Fotolia

Die Nase läuft, die Augen jucken – und der Auslöser für diese allergischen Reaktionen schaut einen mit treuherzigem Blick an. Eine Tierhaarallergie kann den Alltag und den Umgang mit dem Hund stark beeinträchtigen. Doch wie geht man am besten mit der Allergie der Vierbeiner um? TIER.TV gibt Tipps für den Umgang mit der Hundeallergie.

Was ist eine Tierhaarallergie?
Genau genommen sind es nicht die Tierhaare, die Allergikern zu schaffen machen, sondern das, was daran hängt: Schweiß, Talg, Hautschuppen, Speichel und Urintropfen. Denn darin sind Proteine enthalten, die bei entsprechender Veranlagung allergen wirken. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem quasi über. Eigentlich harmlose Stoffe werden von der Immunabwehr als schädlich eingestuft und es zeigen sich typische Allergiesymptome: anschwellende Schleimhäute, Juckreiz, Hautrötung, Niesen oder auch Bindehautentzündung. Bei starken Reaktionen kann es sogar zu hochgradiger Atemnot und Kreislaufversagen führen.

Wer kann eine Allergie bekommen?
Hundeallergie: Was hilft? Grundsätzlich jeder Mensch, zu jeder Zeit. Tierallergiker reagieren meist auf Katzen oder auf Nagetiere. Hundeallergien sind seltener, aber nicht minder belastend. Wer den Verdacht hat, dass der Hund plötzlich zum Niesen reizt, sollte sich unbedingt beim Hausarzt testen lassen. Dieser kann einen Hauttest oder einen Bluttest mit Antikörpernachweis durchführen.

Welche Hunderassen sind für Allergiker geeignet?
Keine. Dieses harte Urteil fällte im Herbst 2011 die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Auch Hunderassen, die als besonders „allergikerfreundlich“ vermarktet wurden, z.B. Pudel und Portugiesischer Wasserhund, verursachten dieselben Probleme bei Allergikern, so die wissenschaftliche Studie. Bei Hunden sind sechs Allergene bekannt, die Menschen Probleme bereiten können. Diese wurden in Hautschuppen, im Speichel und Urin der Hunde nachgewiesen. Ein weniger häufiger Haarwechsel spielt, anders als die Züchter nahelegen, keine Rolle. Eine Studie am Henry-Ford-Hospital in Detroit (USA) hat kürzlich 60 Hunderassen daraufhin untersucht, wie stark sie Allergene in ihrer Umgebung verbreiten. Die elf darin eingeschlossenen angeblich hypoallergenen Rassen konnten keinen Vorteil verbuchen. „Wer gegen Hunde allergisch ist, muss sie auch in Zukunft meiden“, betont Zuberbier. Eine Hyposensibilisierung gegen Tierhaare ist leider schwierig. Ist eine Allergieneigung bekannt, raten die Allergologen eher von einem Hund ab.

Designer-Hunde nur eine geschickte Vermarktungsstrategie?
Bisher wurde oftmals behauptet, Pudel oder Portugiesischer Wasserhund produzierten weniger allergieauslösende Proteine. Auch der Silky Terrier und Nackthunde sollen angeblich weniger Allergien hervorrufen. Seit einiger Zeit sind zudem so genannte „Designer Dogs“, also spezielle Züchtungen auf dem Markt. Darunter fallen zum Beispiel „Labradoodle“ oder „Schnoodle“ – eine Kreuzung aus Labrador beziehungsweise Schnauzer und Pudel. Doch schon Udo Kopernik vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) hatte lange vor Erscheinen der Studie seine Bedenken angemeldet: „Labradoodles und andere spezielle Kreuzungen sollen bestimmte Eigenschaften aufweisen, also beispielsweise weniger allergieauslösende Proteine in sich tragen. Dafür gibt es aber keine Garantie, denn letztlich ist eine solche Kreuzung genetisches Roulette – der Züchter kann ja nicht bestimmten, ob nun mehr Eigenschaften des Pudels oder des Labradors im Welpen zusammenkommen. Das einzige, was wirklich originell daran ist, ist der lustige Name.“ Die Wissenschaftler gaben Udo Kopernik Recht.

Allergiker und Tierbesitzer – geht das?
Allergiker selbst berichten, dass sich mit einigen Verhaltensregeln der Alltag auch mit einer Tierhaarallergie halbwegs entspannt gestalten lässt. Dazu zählen:

  • Nach jedem Kontakt mit dem Hund die Hände waschen.
  • Einmal täglich saugen. Staubsauger mit Mikrofilter verwenden.
  • Das Tier mit speziellem Hundeshampoo waschen.
  • Fellpflege nur im Freien, am besten von einer Person ohne Allergie.
  • Zumindest das Schlafzimmer zur hundefreien Zone erklären.
  • In manchen Fällen hilft eine Hyposensibilisierung. Dabei wird das Immunsystem an die allergenen Stoffe gewöhnt. Andere Allergiker haben mit spezieller Akupunktur gute Erfahrungen gemacht.

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