Modehunde - Mops und Spitz

Warum sind bestimmt Rassen angesagt?

Warum sind bestimmt Rassen angesagt?

Was haben die Modehunde - Mops und Spitz gemeinsam? Richtig, beide gehören zu den kleinwüchsige Hunderassen. Doch während der Spitz fast vom Ausssterben bedroht ist, wird der Mops als beliebter Modehund gehandelt. Züchter legen ihren Standpunkt zum Modeboom um die Vierbeiner dar.

Spitz lass nach - Züchter begrüßen Ende des Trends
„Wir sind froh darüber, dass der Spitz kein Modehund ist“, sagt Gerda Kastl vom Verein für Deutsche Spitze e.V. Und das sagt jemand, dessen Rasse fast ausgestorben war. Ein Teil zumindest. Denn während sich die Kleinspitze großer Beliebtheit erfreuen (vor allem in den USA und Kanada sind Kleinspitze die Nummer eins der so genannten Toy-Hunde), war der Bestand des schwarzen Großspitzes stark bedroht. „Das war verdammt eng“, sagt auch Gerda Kastl.

Mit einer Rettungsmaßnahme sorgten Züchter gemeinsam mit dem VDH dafür, dass der imposante schwarze Großspitz überlebte. Von einem Boom ist der schwarze Großspitz immer noch weit entfernt, aber die Nachfrage ist wieder leicht angestiegen. Aber warum ist Gerda Kastl dann froh, dass der Großspitz kein Modehund ist? Sie findet klare Worte: „Der Retriever war so ein Modehund. Eine Zeit lang ließ sich jeder Mist verkaufen, der gelbes Fell hatte.“ Arme Tiere seien es, die in Mode geraten und von unseriösen Züchtern für den Markt produziert werden.

Und warum ist der Spitz so aus der Mode gekommen? Gerda Kastl und ihre Vereinskollegen haben keine Erklärung. Für sie ist der Spitz „der netteste Hund der Welt.“ Viele neue, moderne Rassen hätten ihm die Schau gestohlen, doch keiner dieser Hunde sei so nett, so gesund, so robust, so gelehrig und so umkompliziert wie der Spitz. Das Image des Spitzes als „Kläffer und Wadenbeißer“ rührt aus Zeiten, als der Spitz der häufigste Wachhund auf deutschen Höfen war. In den meisten Fällen fristete er ein Dasein als Kettenhund. Kein Wunder, dass er bellte oder es den Besitzern heimzahlte, wenn er sich einmal von der Kette befreien konnte. Wer einen intelligenten, gesunden Wachhund sucht, muss keine Experimente eingehen. Der Spitz ist eine der ältesten Haushundeformen, die es gibt. Er ist verträglich mit Kindern und Katzen, leicht zu erziehen und sehr darum bemüht, seinem Herrchen alles recht zu machen. Eigentlich ein Traumhund – nur eben aus der Mode gekommen.

Mops mit Macken - Züchter hoffen auf ein Ende des Booms
„Ich hoffe, dass dieser Hype um den Mops bald vorbei ist“, sagt Inge Wessling. Seit 30 Jahren züchtet sie Möpse. Sie liebt Möpse. Doch was gerade mit dieser Hunderasse passiert, „ist schlecht für den Mops“. Die Zuchtleiterin des Deutschen Mopsclubs e.V. schätzt, dass nur 25 Prozent aller Möpse, die zur Zeit in Deutschland leben, von kontrollierten und seriösen Züchtern stammen. Der Rest, kommt von „Hinterhofzüchtern“ und aus Massenzuchten aus dem Ausland. Woher sollen auch die vielen tausend Möpse in Deutschland plötzlich kommen, wenn nicht aus dubiosen Zuchten. Während vor 30 Jahren beim VDH noch 30 Mopswelpen in der Statistik verzeichnet waren, waren es 2009 663 Nachkommen. Nur fünf bis sechs Wochen nach der Geburt werden die Welpen aus Massenzuchten von ihrer Mutter getrennt. Viele Welpen sterben, haben gesundheitliche Probleme. Ein Jammer sei das, denn der Mops sei ein unglaublich charmanter Hund. Gesellig, immer positiv, nie aggressiv, Kindern gegenüber absolut vertrauenswürdig, und man könne ihm sogar etwas beibringen, sagt die Mopsexpertin. „Wenn er Lust dazu hat“, fügt sie lachend hinzu.

Warum der Mops zum Modehund geworden ist – dafür hat sie keine Erklärung. Natürlich sei der Mops ein großartiger Hund. Er passe zu allen Menschen, liebe es gestreichelt zu werden – aber auch er habe negative Eigenschaften. Doch die neuen Mopshalter, seien daran nicht interessiert, hätten sich vor dem Kauf gar nicht mit der Rasse beschäftigt, sondern wollen einfach den Hund, den sie in einem Magazin gesehen haben. „Immer, wenn ich gefragt werde, sage ich allen, dass der Mops furchtbar haart“, sagt Inge Wessling. Sie mag es nicht, wenn Menschen mit einem Mops einfach nur auffallen wollen, sich mit der Rasse aber überhaupt nicht beschäftigt haben. Und weil es über den Mops wenig Schlechtes zu sagen gibt, außer seinen nicht zu bändigenden Haarausfall, betont sie dieses Manko immer und immer wieder.

Inge Wessling: Mops Inge Wesseling hat jetzt ein Buch über den Mops geschrieben und will über alle Macken und Eigenheiten des charmanten Hundes aufklären (Inge Wessling: Mops. Auswahl, Haltung, Erziehung Beschäftigung, Kosmos Verlag, 128 Seiten, 12,95 Euro)

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