
Pestizide und Umweltgifte, die seit den 70er Jahren verboten sind, haben sich über die Jahrzehnte im Gehirn diverser Meeressäugetierarten angereichert.
Wissenschaftler haben die Hirne von elf verschiedenen Meeressäugern und einem gestrandeten Seehund nach rund 170 chemischen Substanzen wie dem Pestizid DDT untersucht. "Wir haben erschreckend hohe Konzentrationen von PCP in der Hirnflüssigkeit des Seehundes festgestellt", sagte Eric Montie von der Universität in Florida.
PCBs sind krebsauslösende Chlorverbindungen, die bis in die 80er Jahre hinein in vielen Bereichen der Kunststoff-Industrie eingesetzt wurden. Die im Gehirn des Seehundes gefundene PCB-Verbindung hat die Eigenschaft, sich an das körpereigene Protein Transthyretin zu koppeln. Dieses Eiweiß ist zuständig für den Transport von Thyronaminen. Diese Hormone spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Säugetier-Gehirnen und hängen stark mit der Funktion einiger Sinnesorgane zusammen, vor allem mit dem Gehörsinn.
Gerade Meeressäugetiere wie der Delfin verlassen sich hauptsächlich auf ihr Gehör, um sich zu orientieren, Nahrung zu finden und um untereinander zu kommunizieren. Eine Schädigung ihres Gehörsinns könnte bedeutsame Konsequenzen für ihren Fortbestand haben.
Die Auswirkungen von Meeresgiften auf die Reizwahrnehmung sind zu großen Teilen bislang noch unerforscht. Noch in diesem Sommer plant Eric Montie mit Unterstützung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOAA), einen vergleichenden Hörtest mit Delfinen aus belasteten und aus unbelasteten Gewässern durchzuführen.
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Durch Jahrzehnte lang andauernden Walfang wurden viele Wal- und Delfinarten an den Rand der Ausrottung gebracht. Auch heute sind diese faszinierenden Meeressäuger immer noch der Bejagung und zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Meeresverschmutzung, durch Boote und Unterwasserbohrungen verursachter Lärm, Verlust ihres Lebensraumes, Beifang in Fischnetzen und die globale Erwärmung, die unsere Meere verändert, sind einige der vom Menschen verursachten Bedrohungen.
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