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Plastik gefährdet Weltmeere

Tausenden Tonnen Abfall treiben in den Weltmeeren. Leidtragende dieser gigantischen Umweltverschmutzung sind hauptsächlich die Tiere. Vögel können den Plastikmüll häufig nicht von Nahrung unterscheiden. Das führt dazu, dass 93 % aller Nordseevögel Kunststoffteile im Bauch tragen. Die Tiere verspüren dadurch weniger Hunger, nehmen zu wenig Nahrung auf und verenden schließlich.

Müll aus dem Weltraum zu sehen

Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen "Unep" treiben pro Quadratkilometer Meer ca. 18.000 Plastikteile in den Ozeanen. Die Teile treiben oft als zusammenhängender Müllteppich an der Wasseroberfläche. Einige dieser Müllflächen sind sogar auf Satellitenbildern zu sehen. Es gibt Orte, an denen Forscher sechsmal mehr Plastik als Plankton gefunden haben.

Schutzmaßnahmen umsonst

Alle Maßnahmen, die UNO und EU ergriffen haben um die Verklappung von Müll in die Weltmeere zu verhindern liefen ins Leere. Obwohl die Müllentsorgung in Nord- und Ostsee seit 1988 offiziell verboten ist, sei die Abfallbelastung nicht geringer geworden. Das besagt ein internes Strategiepapier der Bundesregierung. Richtlinien und Verbote werden einfach nicht befolgt und auf hoher See ist eine Kontrolle schwierig.

Gift für Menschen

Die hohe Müllbelastung stellt auch für den Menschen eine Gefahr dar. Mit dem Verzehr von Fisch können Gifte aus dem Kunststoffmüll aufgenommen werden. Die Folgen: Der menschliche Hormonhaushalt kann durcheinander gebracht werden und im Abfall enthaltene Stoffe wie DDT können Krebs auslösen.

Fischer sollen Müll sammeln

Dem bisherigen Scheitern der UNO und EU-Richtlinien setzt die Bundesregierung praxisnahe Lösungen entgegen: 500 Nordseefischer sollen sich als Müllsammler betätigen. Damit die Netze der Fischer nicht mehr so einfach verloren gehen können und dann als zusätzlicher Müll im Meer treiben, sollen sie zukünftig mit Sendern ausgestattet werden. Außerdem soll auf Schiffen ein Mülltrennungssystem eingeführt werden. Zur Kontrolle sollten Mülltagebücher geführt werden. Werde dann im Hafen zu wenig entsorgt, sollten nach Meinung der Umweltschutzorganisation Greenpeace hohe Strafen durchgesetzt werden.

Müllgebühr als Hindernis

Eine regelmäßige Müllentsorgung in den Häfen scheitere nach Ansicht der Bundesregierung meist an den Abfallgebühren. Die Einstellung der Seeleute könne wohl nur durch eine kostenlose Entsorgung geändert werden.

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06.02.2010
– 07:23
 
Von: jeb(redaktion@tier.tv)
 
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