
Das simple Prinzip "auf dicke Hose machen" funktioniert nicht nur bei Menschen erstaunlich oft, sondern auch bei Kolibris. US-Forscher fanden heraus, dass Kolibriweibchen sich verstärkt mit Männchen paaren, die ihnen große Nektarreserven bieten können. Ethan Temeles und seine Kollegen am Amherst College beschreiben im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" ihre Ergebnisse der Untersuchungen über das Verhalten der Granatkolibris auf der Karibikinsel Dominica. Demnach verteidigen Kolibri Männchen ein Blumenterritorium für ihren eigenen Nektarbedarf und ein weiteres für die Verpflegung möglicher Partnerinnen.
Das Kolibrimännchen, welches das größte Blumengebiet mit den größten Nektarreserven erfolgreich gegen Eindringlinge verteidigt, hat die meisten Paarungschancen. Denn die Weibchen, die von den Männchen in ihr Gebiet gelassen werden und von dem Nektar trinken dürfen, sind im Anschluss paarungsbereiter. Aus den Erkenntnissen lässt sich auch ableiten, warum die von Männchen verteidigten Territorien drei- bis fünfmal so viele Blüten aufweisen, wie sie zum eigenen Nektarbedarf eigentlich benötigen würden. Ein Teil des Nektars verteidigen sie sozusagen als Verlobungsgeschenk für die Weibchen.
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