Kämpfe zwischen Stubentigern

Katzen sind die kleinen Verwandten von Löwen und Tigern und das zeigen sie auch gerne. Lagen sie eben noch friedlich nebeneinander, kann es schon weinige Minuten später zu scheinbar gefährlichen Kämpfe kommen. Doch was so wild aussieht, gehört zum normalen Sozialverhalten unserer "Stuben-Tiger".


Schon Katzenmütter gehen mit ihren Kindern recht ruppig um, so scheint es uns als Betrachter. Und auch wenn es um die Nahrungsaufnahme geht, sind kleine Kätzchen nicht gerade zimperlich und schubsen ihre Geschwister schon mal unsanft zur Seite. Die ersten Spiele im Katzenkindergarten sind nicht weniger unsanft: Die Kleinen quietschen, kratzen, beißen und fauchen dabei fast wie die Großen.

Doch nur durch genau diese Auseinandersetzungen lernen die Kätzchen, wie weit sie gehen können, bevor der Artgenosse wirklich leidet. Was passiert, wenn ich meiner Schwester ins Ohr zwicke? Was passiert wenn ich ihr die Tatze ins Fell haue, mal ohne und mal mit Krallen...? Solange sie sich nur wegdreht kann es ja so schlimm nicht gewesen sein. Doch sobald ein ängstliches Quieken zu hören ist, sind die Rabauken meist genauso erschrocken wie ihr Opfer und treten schnell in den Waffenstillstand.

Soziale Kompetenzen

Diese Erfahrungen sind entscheidend für ein späteres Leben mit anderen, fremden Artgenossen. Denn man muss sich zwar zu verteidigen wissen, aber man muss auch die Grenzen kennen. Das gilt für Menschen genauso wie für Katzenkinder! Fehlt dieser Lernprozess, weil die Katzen keine ordentliche Kinderstube hatten, so kann es später zu Missverständnissen und ernsthafteren Kämpfen und Verletzungen kommen.

Katzen sind Jäger, keine Sammler

Ein weiterer Faktor, den man auch bei unseren domestizierten Katzen nicht vergessen darf ist, dass Katzen Beutejäger sind. Sie müssen ein gewisses Aggressionspotenzial haben, um sich selbst versorgen zu können. Das Töten eines Vogels oder einer Maus gehört - zumindest in der Natur - einfach dazu, denn es ist überlebenswichtig. Auch Revierkämpfe sind wichtig, um das soziale Gefüge der Katzenwelt in Ordnung zu halten. Diese sind manchmal sehr lautstark. Wer hat noch nicht nachts Katzen wütend schreien oder Kater furchterregend fauchen gehört?

Manchmal bleiben dann auch die Verletzungen nicht aus, doch wer sich im Revier behaupten will, der muss auch eine paar Schrammen in Kauf nehmen. Das Leben eines Freigängers kann hart sein! Selten sind die Verletzungen jedoch wirklich gefährlich.

Doch ohne das frühe Training mit der Mutter und den Geschwistern würde sich mancher Tiger vielleicht überschätzen und einen Straßenkampf schneller verlieren als im lieb ist. Deswegen sollten Katzen nie früher als nötig von ihrer Familie getrennt werden, denn nur hier lernen sie, wie man in der Welt zurechtkommt.

Weitere Themen (4)
 
 
 
Kommentar (max. 1000 Zeichen)
Verbleibende Zeichen: 1000
 
 

Kein Kommentar vorhanden