Lawinenhunde: Einsatz im Schnee

Spürnasen retten Leben

Diese Hunde retten Leben: Mit ihren hochsensiblen Nasen werden Lawinenhunde nach wie vor in Unglücksgebieten eingesetzt, um Menschenleben zu retten.

Eine besondere Herausforderung ist das Suchen im verschneiten Gebirge. Wurden Menschen von einer Lawine verschüttet, ist schnelles Handeln notwendig. Denn die Überlebenschancen unter den Schneemassen sinken rapide ab. Entsprechend diesen Bedingungen verfügen die Bereitschaften der Bergwacht über ortsansässige Helferteams, die bei Bedarf schnell einsetzbar sind und mittels Helikopter binnen kürzester Zeit am Unglücksort eintreffen können.

Die Spürnase
Mit über 220 Millionen Riechzellen ist die Nase des Hundes empfindlich genug, um einzelne Duftstoffe wahrzunehmen und zu erkennen. Zum Vergleich: Der Mensch hat nur fünf Millionen Riechzellen. Selbst Verschüttete unter einer meterdicken Schneedecke können von den Lawinenhunden aufgespürt werden. Zu einem größeren Suchtrupp gehören meistens zehn bis zwölf Hunde. Da die Suche sehr anstrengend ist, wechseln sie sich ab.

Welcher Hund ist geeignet?
Nicht jeder Hund kommt für den Einsatz in einem Lawinengebiet in Frage. Zu kleine und zu große Hunde in der Größenordnung von Dackel oder Bernhardiner scheiden eher aus. Der Lawinenhund muss eine gute körperliche Konstitution mitbringen und darf weder zu klein noch zu groß sein, um den ganzen Tag im Hochgebirge mitlaufen zu können. Dickes, dichtes Fell, welches vor Wind und Kälte schützt, bringt Vorteile mit sich. Oftmals trifft man den Deutschen Schäferhund in den Teams an, doch auch Golden Retriever, Labrador oder Hütehund sowie einige Mischlinge lassen sich gut trainieren. Außerdem ist es äußerst wichtig, dass angehende Lawinenhunde ein freundliches Wesen und starke Nerven haben.

Bergwacht Suchhund

Die Ausbildung
Die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei der Hundestaffel ist die abgeschlossene Ausbildung zum Bergretter. Diese dauert drei Jahre. Daran schließen sich weitere drei Jahre an, in denen Hund und Mensch gemeinsam trainieren müssen. Erst dann sind Hund und Führer vollständig im Rettungsdienst einsetzbar. Zudem muss man auch außerhalb der Hundestaffel ein aktives Mitglied bei der Bergwacht sein. Lawinenhund im Einsatz Im Alter von elf bis 13 Monaten sind die jungen Hunde soweit, dass das Training beginnen kann. Die Bergwacht Bayern veranstaltet hierfür jedes Jahr im Winter einen einwöchigen Lehrgang. Dort lernen die Hunde lebende Personen, die vorher in tiefen Schneehöhlen versteckt wurden, zu suchen. Dabei werden Veranlagungen wie Jagdtrieb und Riechvermögen aktiviert und gefördert, die jeder Hund von Natur aus mit sich bringt. Doch der Schnee erschwert das Erschnüffeln von Verschütteten. Darüber hinaus sucht der Hund keine Jagdbeute, sondern Menschen, für die er sich nicht sonderlich interessiert. Das tagtägliche Zusammenleben mit Menschen ist Ursache dieses Desinteresses. Als Anreiz wird deshalb oft ein Spielzeug in die Suche mit eingebunden: Findet der Hund bei der Übung den „Verschütteten“, erhält er von diesem zur Belohnung sein Spielzeug. Im tatsächlichen Unglücksfall trägt der Hundeführer dieses Spielzeug mit sich. Drei dieser Winterlehrgänge müssen die Hundeteams absolvieren, ehe sie in der Lawinenhundestaffel eingesetzt werden können. Zusätzlich nehmen die Teams immer wieder an Übungen über das Jahr verteilt teil. Hunde vergessen Erlerntes relativ schnell, deswegen wird immer wieder aufgefrischt.

Der Einsatz
In den letzten Jahren hat sich das Aufgabengebiet der Lawinensuchhunde erweitert, so dass diese nach entsprechender Ausbildung nun auch als Gebirgsflächensuchhunde bei der Vermisstensuche eingesetzt werden. Ein weiteres Aufgabengebiet der Hunde im alpinen Raum wird zukünftig die Suche nach Verschütteten bei Geröll-Lawinen und Erdrutschen sein. Dies erfordert eine zusätzliche Ausbildung, unter anderem in der Leichensuche.

Beim Hundeführer spielt die Fitness eine große Rolle. Zum Beispiel muss er oftmals einen größeren Aufstieg auf Tourenskis mit anschließender Abfahrt im Tiefschnee unter Zeitdruck bestehen und auch die Helikopterabseilungen mit Hund verlangen einiges ab. Auch vom Hund wird eine sehr gute Kondition und hohe Ausdauer verlangt. Selbstständiges suchen ist ebenfalls Bedingung, wobei sich der Hund vom Führer auf größere Distanz lösen können muss. Auch das Grabverhalten muss sehr ausgeprägt sein.

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