Amsel, Drossel, Fink und Star…

Vögel zu füttern macht nicht nur Kindern Spaß. Wenn die heimischen Singvögel unter der Futterglocke hängen und an den Maisenknödeln knabbern, schaut jeder gerne zu. Aber nicht ohne Grund warnen Experten jedes Jahr davor, Vögel zu früh, zu viel und falsch zu füttern.

Viele Tierfreunde glauben, dass Vögel im Winter kein Futter finden und deshalb ohne eine Fütterung durch den Menschen nicht überleben könnten. Aber auch wenn in unserer Umwelt die Flächen mit natürlichem Futterangebot immer kleiner werden, ist dies kein Grund, in den Lauf der Natur einzugreifen. Vögel leben nur in Gegenden, in denen das Futterangebot ausreichend ist, und auch die Anzahl der Tiere hängt hiervon ab. Nach dem Darwinschen Gesetz überleben nur die Stärksten, nur sie können und dürfen sich im nächsten Jahr fortpflanzen, um die Art zu erhalten.

Gefahr der Überpopulation

Wenn das Futterangebot künstlich verbessert wird, kommt es schnell zu einer Überpopulation, es leben also mehr Vögel in einem Gebiet als gut ist - sowohl für die Natur als auch für die Tiere selbst. Dieses Phänomen ist immer wieder in Fußgängerzonen und an Bahnhofsvorplätzen zu beobachten: Unzählige Tauben leben dort von den - für Vögel sehr ungesunden - Essensresten der Menschen.

Das gleiche Problem entsteht auch in Wohngegenden, wenn auf jedem zweiten Balkon und in jedem Garten fettreiches Vogelfutter ausgelegt wird. Dann überleben auch die schwächeren Tiere einer Population den Winter dank der menschlichen Hilfe und pflanzen sich im nächsten Jahr fort. Die biologische Auslese findet also nicht statt, sie ist jedoch entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung einer Art, denn nur die gesündesten und stärksten Tiere sollen ihre Gene weitergeben. Das natürliche Futterangebot reicht dann selbst in der warmen Jahreszeit nicht mehr für alle aus, die Eltern können ihre frisch geschlüpften Jungen nicht ausreichend versorgen, so dass diese verhungern müssen.

Biologische Auslese

Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Mensch nicht zu viel eingreift, die Natur regelt Angebot und Nachfrage selbst. Eine weitere Gefahr entsteht für die Artenvielfalt, denn nicht alle heimischen Vögel können an das vom Menschen angebotene Futter herankommen. So haben die bevorzugten Vögel einen Vorteil gegenüber anderen, wodurch einige Arten aus ihrer Heimat verdrängt werden könnten.

Wenn füttern, dann richtig!

Dies heißt jedoch nicht, dass man völlig darauf verzichten muss, die Vögel im Winter beim Fressen zu beobachten. Die beste Hilfe können Sie leisten, indem Sie die natürlichen Futterquellen zugänglich machen. Befreien Sie zum Beispiel Rasenflächen, Büsche und Stauden vom Schnee und lassen Sie Laubhaufen im Garten liegen.

Wenn Sie zusätzlich füttern wollen, empfehlen Experten Sonnenblumen- kerne, Hanf, Hirse, Getreidekörner, Haferflocken, Fett-Kleie-Gemische, Futterringe und Futterknödel aus der Zoohandlung. Bieten Sie das Futter aber nur in kleinen Mengen an, und vor allem erst, wenn der Boden dauerhaft gefroren oder von Schnee bedeckt ist! Reste sollten möglichst nicht liegen bleiben, da sie durch die Feuchtigkeit schnell schimmeln. Wasser bereitzustellen ist nicht nötig, durch Schnee und tauendes Eis ist genug verfügbar.

Und zum Schluss noch ein Tipp für Katzenhalter: Achten Sie darauf, dass die Futterstellen für Katzen unerreichbar sind, denn beim Fressen sind die Vögel eine besonders leichte Beute.

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