Delfine
Soziale Unterstützung bei der Erziehung
Erfolgreiche Jungenaufzucht bei frei lebenden Grossen Tümmlern hängt sowohl von genetischen als auch von sozialen Faktoren ab. So ziehen Delfine ihre Jungen erfolgreicher auf, wenn sie Unterstützung bekommen. Dies konnten Wissenschaftler der Uni Zürich nun nachweisen.
Die liebe Verwandtschaft
In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass der Fortpflanzungserfolg von weiblichen Delfinen zunimmt, je sozialer sie sind oder wenn das Tier Verwandte hat, die ebenfalls gut darin sind, Nachkommen erfolgreich großzuziehen. Für Weibchen, die wenig verwandte Tiere innerhalb der Population haben, wird dann der Zusammenhalt mit anderen Weibchen umso wichtiger.
Schutz vor Haiattacken
Bis heute ist es noch nicht vollständig klar, weshalb bei gewissen Arten die Weibchen auf Hilfe bei der Jungenaufzucht angewiesen sind. Bei Orang-Utans beispielsweise, die ebenfalls am Anthropologischen Institut der Uni Zürich erforscht werden, und deren Sozialstruktur der der Delfine in gewissem Maß ähnelt, kommen die Mütter bei der Jungenaufzucht alleine zurecht. Eine mögliche Erklärung für die gegenseitige Unterstützung bei Grossen Tümmlern könnte darin liegen, dass die Delfine in Shark Bay häufigen Haiattacken ausgesetzt sind. Der Schutz durch andere Weibchen könnte die Chance für die erfolgreiche Aufzucht der Jungen verbessern.
Gene und soziales Umfeld bestimmen den Erfolg
Dass der Fortpflanzungserfolg im Tierreich von vererbten genetischen Merkmalen abhängt, war schon in mehreren Studien nachgewiesen worden. Doch auch soziale Komponenten, wie zum Beispiel die Hilfe von nahen Verwandten, spielen eine Rolle. Für ihre Forschungen haben die Wissenschaftler nun erstmals diese Faktoren gemeinsam betrachtet und dabei festgestellt, dass genetische und soziale Effekte voneinander abhängen. Diese neuen Ergebnisse wurden dank der 25-jährigen Arbeit eines internationalen Teams von Verhaltensforschern an Indopazifischen Grossen Tümmlern in Shark Bay in Australien ermöglicht.
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