Straßentauben in Berlin

Sauberer als ihr Ruf

Sauberer als ihr Ruf

In Berlin diskutiert man derzeit über die Situation der Hauptstadttauben und da gibt es offenbar ganz unterschiedliche Angaben über deren Anzahl und Gesundheitszustand. Grund genug für den Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), den Gerüchten ein Ende zu bereiten: Die Berliner Straßentauben sind weder krank noch vermehren sie sich massenhaft.

Taube

Von mehr als 50.000 Tauben war in der Presse bereits die Rede, doch diese Zahl hat weder der NABU noch die Berliner Ornothologische Arbeitsgemeinschaft (BOA) publiziert. Die Situation der Tauben in Berlin sieht dem NABU zufolge ganz anders aus: Im Winter 2009/2010 wurde ihr Bestand auf nur noch 9.000 Tiere geschätzt, die vor allem in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg und leben. Schon seit 1990 stellt der NABU fest, dass es in Berlin immer weniger Tauben gibt. Grund dafür ist der Verlust von Flächen, an denen die Tauben Nahrung fanden.

Tiere sind nicht unhygienisch

Der NABU klärt weiterhin in seiner Pressemitteilung über die Gesundheit der Tiere auf. Das weit verbreitetes Vorurteil, die Brutplätze der Tauben wären unhygienisch oder die Tauben generell krank, sei nicht zu halten. Die Tauben in Berlin sind weder unhygienisch noch gesundheitlich gefährdet.

Rainer Altenkamp, 2. Vorsitzender des NABU Berlin und Leiter der AG Greifvogelschutz erklärt: „Selbstverständlich kann der Mensch den Kot der Tauben als unhygienisch oder zumindest unästhetisch bewerten, aber das heißt nun keineswegs, dass dieser Kot für die Straßentaube selbst ein Problem darstellt“.

Für Greifvögel sind Tauben wichtig

Die relativ kleine Population der Straßentauben in Berlin geht unter anderem auch auf die Habichte zurück, die in der Stadt leben. „Die Straßentaube ist zudem eine Hauptnahrung der städtischen Habichte, die alle Tiere, die nicht zu 100% fit sind, sehr schnell erbeuten. Wir haben also eine relativ kleine Taubenpopulation, die zudem durch den Habicht einer ständigen und sehr intensiven 'Gesundheitskontrolle' unterliegt“, so Altenkamp weiter.

Nicht nur die Greifvögel, sondern auch der Mensch selbst kann für die Tauben gefährlich werden, so Altenkamp. Die Tiere verheddern sich in „menschlichen Hinterlassenschaften wie Garn, das sich um die Zehen wickelt und diese zum Absterben bringt“. Das gilt aber nicht nur für die Tauben in Berlin, sondern auch für andere Vögel in- und außerhalb der Stadt. Eine Lösung für dieses Problem sieht Altenkamp in der Beseitigung dieses von Menschen produzierten Mülls, „aber doch unter keinen Umständen in der Reduktion der davon betroffenen Arten.“

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