Asiatische Marienkäfer: Massenhafte Plagegeister
Pünktchenträger mit Biss
Marienkäfer. Überall. Im vergangenen Jahr wurden Teile Deutschlands von Marienkäfermassen überschwemmt. Doch es war nicht nur der nette Siebenpunkt, der auf Blättern, Balkonen und Straßen krabbelte. Viele Millionen Asiatische Marienkäfer waren in Deutschland angekommen und machten sich gleich unbeliebt - denn die Einwanderer beißen auch mal zu.
Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts fanden nun heraus, dass der Asiatische Marienkäfer nicht nur wehrhaft, sondern auch noch besser gegen Krankheitserreger geschützt ist als die einheimischen Pünktchenträger.
Das Blut (Hämolymphe) des Einwanderers aus Asien entfaltet eine bis zu 1.000-fach stärkere Wirkung gegen Bakterien und Pilze als das unseres Glücksbringers. „Zu Beginn wollte ich meinen Augen nicht trauen“, berichtet Dr. Jürgen Gross. „Die antibakterielle Wirkung des Käferblutes war ähnlich stark wie das eines bekannten Antibiotikums, das wir als Kontrolle benutzten.“ Die Ergebnisse treiben den Forschern Sorgenfalten ins Gesicht, denn: Der invasive Asiatische Marienkäfer breitet sich immer weiter aus, er vermehrt sich schneller als unsere einheimischen Arten und hat durch die gute Abwehr von Krankheitserregern auch bessere Überlebenschancen.
Ursprünglich war der Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis nur in Ostasien verbreitet. Zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen wurde er in Europa erstmals 1982 in Süd-Frankreich eingesetzt. Seit 2002 kommt es in Deutschland verbreitet zu Massenvermehrungen, wo die Käfer in und an Häusern vor allem im Herbst Schlagzeilen machen.
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