Tiere schlafen

Tierische Nachtruhe

Tierische Nachtruhe © be holder - flickr

Ob Elefant, Vogel oder Maus – alle Lebewesen müssen schlafen. Die Ruhezeit dient der Regeneration. Doch träumen Tiere auch? Interessantes aus der Forschung über das Thema, wie Tiere schlafen.

Auch Tiere brauchen SchlafGenau wie Menschen brauchen Tiere regelmäßige Ruhe- und Erholungsphasen. Selbst Fische machen ein Nickerchen, aufgrund der fehlenden Augenlider mit offenen Augen. Manche Fischarten legen sich dazu sogar gemütlich auf die Seite. Die Schlafgewohnheiten im Tierreich sind sehr unterschiedlich. Löwen beispielsweise sind echte Langschläfer und halten bis zu 18 Stunden Siesta. Da verwundert es kaum, dass auch unsere Hauskatzen gerne schlafen, sie bringen es immerhin auf neun Stunden Tiefschlaf und fünf Stunden Dösen am Tag. Noch länger bleiben Fledermäuse und Igel „im Bett“: Sie gönnen sich 17 bis 20 Stunden Auszeit. Gazellen, Elefanten und Giraffen sind dagegen nach zwei bis sechs Stunden wieder fit. Wissenschaftler vermuten, dass diese Pflanzenfresser sehr viel Aufwand für die Futtersuche betreiben müssen und deshalb einfach keine Zeit für lange Pausen haben.

Achtung, im Schlaf kommen die Feinde!
Wie lange Tiere schlafen hängt auch davon ab, ob sie für andere Arten als Beute interessant ist. Pferde z. B. sind Fluchttiere und schrecken schon beim kleinsten Geräusch auf. Großkatzen dagegen haben in der Regel keine natürlichen Feinde und können sich entspannt niederlassen. Anders als Giraffen: Sie müssen immer auf der Hut sein und haben deshalb Schichtdienst eingeführt: Während die einen im Schutz der Herde schlafen, halten die Nachtwächter nach gefährlichen Angreifern Ausschau. Noch erstaunlicher geht es bei Vögeln, wie z. B. Enten zu: Die Tiere in der Mitte der Gruppe schlafen tief und fest, die Aufpasser am Rand halten Wache – aber nur mit einem Auge. Das andere Auge – und die damit verbundene Gehirnhälfte – schläft. Auch Delfine praktizieren diesen Halbseitenschlaf. Bei ihnen ist immer eine Gehirnhälfte wach, denn die Meeressäuger müssen regelmäßig Luft holen.

Tiere schlafen aber können sie auch träumen?
Wer sein Haustier beim Schlafen beobachtet, wird feststellen, dass Hund oder Katze nicht regungslos im Körbchen liegen, sondern vielleicht leise vor sich hin bellen oder jaulen oder die Pfoten wie beim Laufen bewegen. Jagt die Katze im Traum gerade einer Maus hinterher? Oder träumt Bello von einem Einbrecher, den er vertreiben möchte? Das Schlafverhalten von Tieren wird seit einiger Zeit untersucht. Beim Menschen gilt: Wer in einer bestimmten Schlafphase geweckt wird, kann sich besonders gut an seine Träume erinnern. Diese REM-Phase (Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegungen) konnte auch bei bestimmten Tierarten nachgewiesen werden. Bei Säugetieren wie z. B. Hunden nimmt dieser Abschnitt bis zu einem Viertel des Schlafes in Anspruch. Vögel kommen nur auf etwa ein Prozent und Schlangen oder Krokodile scheinen keine REM-Phase zu haben.

Wenn Tiere schlafen, wovon träumen sie dann?
Der Nachweis, ob Tiere in dieser Schlafphase tatsächlich träumen, ist schwierig. Forscher am renommierten MIT-Institut in Boston beobachteten dazu Ratten. Tagsüber mussten die Tiere in einem Labyrinth nach Futter suchen, nachts wurden die Hirnfunktionen aufgezeichnet. Das verblüffende Ergebnis: Die Tiere gingen im Schlaf ihren Weg durch den Irrgarten nochmals durch. Mit anderen Worten, sie träumten und verarbeiteten die Tageserlebnisse. Der französische Wissenschaftler Michel Jouvet beobachtete, dass Katzen – wenn man ihre Muskelerschlaffung während der REM-Phase unterbindet – komplexe Bewegungsabläufe vollführen und während des Schlafes imaginäre Mäuse fangen oder einen Katzenbuckel machen. Wenn also während eines Schläfchens plötzlich die Pfoten zucken oder „rennen“ keine Sorge: Das Tier lässt den Tag nochmals Revue passieren. Da Vierbeiner einen leichteren Schlaf als Menschen haben, sollte man ihnen einen ruhigen Schlafplatz verschaffen, wo sie ungestört schlummern und spannende Erlebnisse im Traum aufarbeiten können.

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