Hund und Kind: Tipps für ein gutes Miteinander

Einen Hund in der Öffentlichkeit zu führen, verlangt viel Verantwortungsbewusstsein. Und das müssen Kinder und Heranwachsende erstmal lernen. Tipps für ein gutes Miteinander zwischen Hund und Kind.

Ein Elfähriger geht mit seinem schwarzen Mischlingshund spazieren. Dabei trifft er auf einen Neunjährigen und hetzt seinen Hund per Kommando auf das jüngere Kind. Was vielleicht aus Spaß unter Freunden oder Unbedachtheit geschah, hätte schlimm enden können. In diesem Fall, der sich kürzlich in Erfurt abgespielt hat, ging die Geschichte glimpflich aus – der verängstigte Junge flüchtete in die Arme seiner Eltern. Doch das Beispiel zeigt deutlich, dass Kinder nicht immer die erforderliche Reife haben, um einen Hund verantwortungsbewusst zu führen.

Passen Hund und Kind zusammen?

Viele Kinder wünschen sich einen Hund oder drängeln, den bereits vorhandenen Familienhund auch mal ausführen zu dürfen. Bevor Eltern dies erlauben, sollten sie sich kritische Fragen stellen: „Hört Ihr Hund auch noch auf das Kind, wenn plötzlich eine Katze auftaucht? Was passiert, wenn ein Artgenosse Ihren Hund attackiert? Ist Ihr Kind solchen Gefahrensituationen gewachsen?“ Dazu rät der Hundetrainer Uwe Friedrich in seinem Buch „Das Teamkonzept. Die vier Säulen der Hunderziehung“. Und weiter: „Sie sollten sich außerdem sicher sein, welchen Status Ihr Kind gegenüber Ihrem Hund hat. Ist Ihr Kind ein souveräner ‚Rudelführer’, dem sich Ihr Hund anvertraut, oder ist es einfach ein geliebter Spielkamerad, der sich aber von Kindern nicht wirklich beschützt fühlt?“

Verantwortung für den Hund lernen

Ein Hund ist eine Bereicherung für Kinder und ihre Entwicklung, aber es ist besser, das Kind nicht unbeaufsichtigt mit dem Hund nach draußen zu lassen. Sinnvoller ist nach Meinung von Uwe Friedrich, sich beispielsweise die Verantwortung in bestimmten Bereichen der Hundeerziehung zu teilen. So werden Kind und Hund zu einem tollen Team. Der Hundetrainer empfiehlt außerdem, das Kind in den Unterricht von Hundevereinen oder in den Besuch von Hundeschulen mit einzubeziehen. Aber: „Erst, wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Kind eine souveräne Führungspersönlichkeit Ihrem Hund gegenüber ist, sollten sich die beiden allein und ohne Aufsicht in der Öffentlichkeit bewegen.“

Beißunfälle passieren meist zu Hause

Für ein sicheres Verhältnis zwischen Hund und Kind setzt sich auch die Organisation „Der blaue Hund“ ein. Der blaue Hund ist eine interaktive Computergeschichte, die Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren den richtigen Umgang mit Hunden vermitteln soll. Denn, so die interdisziplinäre Organisation: Die meisten Beißunfälle passieren zu Hause mit dem eigenen Hund. Auslöser sind in der Regel falsch verstandene Signale. Denn wenn das Kind nicht erkennt, das der Hund nicht spielen oder beim Fressen nicht gestört werden möchte, kann das Tier mit Schnappen reagieren. Oftmals mit fatalen Folgen. Deshalb: Kindern schon frühzeitig beibringen, dass Hunde eigene Bedürfnisse haben und nicht geärgert werden dürfen. Ein Erwachsener sollte immer dabei sein.

Weitere Informationen erhalten Sie bei The Blue Dog.

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