Schulhunde: Streicheln hilft beim Pauken

„Hupäsch“, das ist die Abkürzung für Hundegestützte Pädagogik in der Schule. In immer mehr Schulen ergänzen Hunde das Lehrerkollegium. Für die Lehrkräfte auf vier Pfoten gibt es noch keine eindeutige Bezeichnung. Sie werden Schulhunde, Klassenhunde oder Therapiehunde genannt.

Eine österreichische Studie des Instituts zur Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie der Universität Wien ergab, dass Schulhunde den sozialen Klassenzusammenhalt stärken, die Kinder motivierter zur Schule gehen und besser lernen. Die Schüler fühlen sich verantwortlich für das Wohlergehen des Hundes, sind insgesamt ruhiger und weniger aggressiv.

Hunde stärken das Selbstvertrauen der Kinder

Hunde sind für den Einsatz in Schulklassen besonders geeignet. Die sozialen Tiere sind geduldig, vorurteilsfrei und kontaktfreudig. Sie haben ein besonderes Gespür für die Sorgen und Ängste der Schüler. Oft nehmen sie verstärkt mit den Kindern Kontakt auf, die etwas bedrückt. Hyperaktive Kinder werden ruhiger, Stresssymptome werden abgebaut und zurückhaltende Schüler lernen in dem vertrauensvollen Umgang mit dem Hund, mehr aus sich heraus zu gehen. Die Schüler verlieren Ängste vor Tieren und stärken ihr Selbstvertrauen.

Schulhunde werden aus diesen Gründen besonders gern in Schulen eingesetzt, deren Schüler aus schwierigen Verhältnissen stammen oder Lerndefizite aufweisen. Aber nicht nur dort. Lydia Agsten, Lehrerin aus Iserlohn und Betreuerin der Internetseite Schulhundweb.de erklärt, dass sich allein auf der Internetseite bereits 125 Schulen registriert haben, die Schulhunde einsetzen. Darunter sind alle Schularten vertreten, von der Förderschule bis zum Gymnasium.

Nicht jeder Hund eignet sich zum Schulhund

Nicht jeder Hund ist für den oft stressigen Schulalltag geeignet. Die Hunde müssen in der Regel vor ihrem Einsatz einen Wesenstest durchlaufen. Ein Schulhund zeichnet sich dadurch aus, dass er ein ruhiges, ausgeglichenes und stressresistentes Wesen hat. Kein Hund kann ohne Ausbildung in der Schule eingesetzt werden. Viele Vereine bieten bereits spezielle Kurse für den Einsatz der hundegestützten Pädagogik an. Bevor der Hund in der Schule am Unterricht teilnehmen darf, müssen Eltern, Lehrer und Ämter zustimmen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass Hygienebestimmungen eingehalten werden.

Das Mensch-Hund-Team ist gefragt

Hundegestützte Pädagogik funktioniert nur mit einer gut eingespielten Teamarbeit zwischen Mensch und Hund. Der Hund braucht eine zentrale Bezugsperson, meist den Lehrer oder einen Hundetrainer. An ihm orientiert er sich und findet Sicherheit. Der Lehrer muss Stresssymptome beim Hund und den Kindern erkennen bzw. vermeiden und dafür sorgen, dass es zu keiner gefährlichen Situation in der Klasse kommt. Dafür ist es wichtig, dass der Hund genügend Rückzugsräume hat. Etwa ein Liegeplatz, an dem er nicht gestört wird. Für die Schüler gibt es klare Regeln im Umgang mit den Schulhunden. Zu den typischen Regeln gehört, dass in Gegenwart des Hundes nicht laut geschrien oder schnell gelaufen werden darf. Für das Streicheln müssen sich die Kinder die Erlaubnis vom Lehrer einholen. Gehen Lehrer, Schüler und Schulhunde respektvoll miteinander um, sind Schulhunde eine wirkliche Bereicherung für den Schulalltag. Das Lernen macht mehr Spaß und nach getaner Arbeit darf auch noch ausgiebig gekuschelt werden.

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