ÖKO-TEST: Light- und Diätfutter für Hunde

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Was ist drin im Hundefutter?

Christine Throl hat den aktuellen ÖKO-TEST zum Thema Diät- und Lighthundefutter für das Verbrauchermagazin aufbereitet.

sprach mit der Autorin über die ÖKO-TEST-Bewertungskriterien und den Sinn und Zweck von Spezialfutter.

Frau Throl, Sie haben insgesamt zwölf Spezialfuttermittel untersuchen lassen. Was waren Ihre Hauptkriterien für die Beurteilung der Marken?

Christine Throl: Wir sind davon ausgegangen, dass ein Diät- oder Lightfutter so zusammengesetzt sein muss, dass der Hund zwar mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt wird, gleichzeitig aber deutlich weniger Kalorien zu sich nimmt, als mit einem Normalfutter. Nährstoffe sowie der Energiegehalt und die Fütterungsempfehlungen spielten deshalb bei der Bewertung eine wichtige Rolle. Ein dritter Punkt war der Nachweis von problematischen Stoffen wie etwa Schimmelpilzgifte und Dioxin sowie von Gentechnik.

Wie sind Diät- und Lightfutter definiert?

Christine Throl: Der Begriff „light“ ist bei Futtermitteln nicht gesetzlich geschützt. Ebenso muss Diätfutter zum Zweck einer Gewichtsreduktion lediglich einen geringeren Energiegehalt aufweisen. Wie hoch der Energiegehalt reduziert sein muss, ist jedoch nicht festgelegt. Die Kalorienreduzierung wird in der Regel durch weniger Fett im Futter erreicht, der Fettgehalt sollte nicht mehr als zehn Prozent betragen.

Werden alle getesteten Produkte diesem Anspruch gerecht?

Christine Throl: Die Nährstoffzusammensetzung ist bei allen Produkten insgesamt sehr gut oder gut. Eine angemessene Reduktion der Energiezufuhr bekommt man bei vielen Produkten mit den angegebenen Fütterungsempfehlungen sehr gut und gut hin. Drei Produkte sind hier jedoch nur befriedigend oder ausreichend, hier ist die Energiezufuhr für einen inaktiven Hund oder ein Tier, das abnehmen soll, zu hoch.

Aus Sicht des Hundehalters – reicht es nicht aus, seinem Tier einfach weniger vom Normalfutter zu geben? Sozusagen „FdH“ für den Vierbeiner?

Christine Throl: Wenn man lediglich die Futtermenge reduziert, erhält der Hund auch nur noch die Hälfte an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Dadurch können über einen längeren Zeitraum Mangelerscheinungen auftreten. Ein gutes Diät- oder Lightfutter liefert dem Hund alle Inhaltsstoffen, die er braucht, um fit und gesund zu bleiben und kann helfen, Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen.

Im ÖKO-TEST führte der Nachweis von genveränderten Organismen (GVO) zu einer deutlichen Abwertung der Testergebnisse. Warum haben Sie diesen Aspekt relativ stark in Ihrer Benotung gewichtet?

Christine Throl: Es ist bislang nicht ausreichend forscht, welche gesundheitlichen Auswirkungen durch gentechnisch veränderte Pflanzen hervorgerufen werden können, Beispielsweise könnten vermehrt Allergien durch die in Gen-Pflanzen neu gebildeten Proteine auftreten. Der Verbraucher – sprich: der Hundehalter – sollte deshalb zumindest darüber in Kenntnis sein, ob sein Tier solche Stoffe mit dem Futter aufnimmt oder nicht. Er sollte entscheiden können. Unsere Untersuchungen an Lebensmitteln zeigen, dass die GVO-freie Herstellung möglich ist, in der Futtermittelherstellung scheint dies ein Problem zu sein.

Wie schnitten die untersuchten Futtermittel diesbezüglich im ÖKO-TEST ab?

Christine Throl: GVO waren in nahezu allen untersuchten Produkten nachweisbar, wenn auch nur in Spuren. In einem Produkt hat der Hersteller allerdings die enthaltenen GVO-Bestandteile nicht deklariert, obwohl der Schwellenwert über 0,9 Prozent liegt. Das ist aus unserer Sicht ein starker Kritikpunkt und führte in der Beurteilung des Produkts zu einer deutlichen Abwertung.

Welche Ergebnisse lieferte Ihre Analyse in Bezug auf Dioxin?

Christine Throl: Alle von uns getesteten Produkte waren frei von Dioxinen. In Einzelfällen waren zwar Spuren nachweisbar, diese sind aber auf Umweltkontamination zurückzuführen. Insgesamt ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis

.

Welche konkreten Empfehlungen würden Sie aus den Testergebnissen ableiten?

Christine Throl: Ein gutes Diät- und Lightfutter liefert alle Nährstoffe, es kann helfen Gewichtsprobleme beim Hund in den Griff zu bekommen. In dieser Hinsicht war die Mehrzahl der untersuchten Produkte in Ordnung, Der Nachweis von GVO führte bei vielen Produkten zur Abwertung. Der ÖKO-TEST hilft insofern bei der Auswahl des richtigen Diät- oder Lightfutters. Treten Gewichtsprobleme beim Hund auf, kann man in erster Linie Snacks und Belohnungen vom Speiseplan streichen und unvermeidbare Leckerlis von der Tagesration abziehen. Kommen zu den Gewichtsproblemen noch andere Symptome hinzu ist ein Gang zum Tierarzt ratsam, um abzuklären, ob eine Erkrankung die Ursache ist. Eine Diät kann aber nur gelingen, wenn auch das Bewegungspensum des Hundes erhöht wird. Zudem ist jeder Hund anders, der Tierarzt kann helfen, einen individuellen Diätplan aufzustellen und Ziele zu definieren.

Frau Throl, vielen Dank für das Gespräch.

TIER.TV


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