Wie gefährlich sind GVO für Hunde?

Gen-Soja im Futternapf

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In Heft 4/2011 hat ÖKO-TEST einen Blick in heimische Fressnäpfe geworfen und zwölf Diät- und Lightfutter für Hunde untersucht. In fast allen Produkten – mit Ausnahme des Testsiegers – konnten gentechnisch veränderte Bestandteile (GVO) im Sojaanteil nachgewiesen werden. Doch was bedeutet GVO eigentlich? Und welche Auswirkungen hat GVO für die Vierbeiner?

klärt über die Risiken und Nebenwirkungen von GVO in Futtermitteln auf.

Was sind gentechnisch veränderte Organismen (GVO)?

In den ausgewählten Diät- und Lightfuttermitteln für Hunde fand ÖKO-TEST Spuren so genannter gentechnisch veränderter Organismen (GVO). GVO werden mittels gentechnischer Verfahren im Labor hergestellt. Dabei wird das Erbgut von Nutzpflanzen – darunter auch das im Hundefutter enthaltene Soja – künstlich verändert. Das Endprodukt, auch als transgene Pflanzen bezeichnet, zeichnet sich durch eine neuartige Kombination von Erbinformationen aus. Beispielsweise besitzt Gen-Soja bestimmte Eigenschaften, die in der Natur so nicht vorkommen: Es kann in Regionen heranwachsen, in denen eine herkömmliche Sojabohne nicht gedeiht und ist zudem gegen bestimmte Unkrautbekämpfungsmittel resistent.

GVO-Kennzeichnungspflicht:

Wie hoch ist der Schwellenwert für GVO im Hundefutter?

Während sich GVO-Gegner für eine Wiederherstellung der so genannten Nulltoleranzgrenze von GVO in Futtermitteln einsetzen, dürfen auch weiterhin Spuren des bisher verbotenen Gen-Sojas bis zu einem Grenzwert von 0,9 Prozent im Hundefutter enthalten sein. Wird dieser Schwellenwert überschritten, sind Hersteller dazu verpflichtet, die Verwertung genmanipulierter Substanzen zu deklarieren. ÖKO-TEST fand in zehn der getesteten Diät- und Lighthundefutter einen geringen Anteil an Gen-Soja. Bei einem Produkt beanstandet ÖKO-TEST die Überschreitung des gesetzlich vorgeschriebenen Schwellenwertes sowie die fehlende Kennzeichnung auf der Verpackung.

GVO in Futtermitteln:

(K)eine Gefahr für Vierbeiner?

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST bewertet die Beimischung von GVO in Tierfutter kritisch. Ganz anders sehen das EU-Kommission und Futtermittelwirtschaft. Derzeit muss die EU rund 30 Prozent der Futtermittel aus Ländern wie Argentinien, Brasilien und den USA einführen. Beim Sojafuttermittel sind es etwa 40 Millionen Tonnen pro Jahr, davon sind 90 Prozent gentechnisch verändert. Mit der Einfuhr von Gen-Soja will die EU Engpässe in der Futtermittelversorgung vermeiden.Zudem gilt Gen-Soja als eine der wichtigsten Erfindungen in der so genannten „Grünen Gentechnik“. Dabei werden gentechnische Verfahren gezielt verwendet, um „umweltfreundliche“ Methoden fur Landwirtschaft und Pflanzenzucht zu entwickeln. Beispielsweise ist die transgene Sojabohne dank der neuen Genkombination gegen ungünstige Umweltbedingungen, Krankheiten und vor allem gegen Schädlinge resistent. Im Vergleich zu einer konventionellen Sojabohne gilt sie als „umweltschonend“, da weniger Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden müssen.

Risiken und Nebenwirkungen von GVO

Kritiker warnen vor den Folgen des „Gen-Futters“. Denn auch wenn sich GVO in der „Grüne Gentechnik“ als nützlich erweisen kann, bleibt es noch immer ungeklärt, was diese gentechnisch veränderten Substanzen bei der Verdauung im Hund auslösen. So warnen GVO-Gegner, dass das Spiel mit den Genen zu unvorhersehbaren Mutationen führen kann. Befallen zum Beispiel Bakterien, Schädlinge oder Viren transgene Sojapflanzen, können aus ihnen neue Mutationen entstehen. Auch bei Hunden können so über die Nahrungskette Infektionen und Allergien hervorgerufen werden.Laut einer Studie des US-Landwirtschaftsministeriums trägt die „Grüne Gentechnik“ auch nicht zu einer Verringerung des Pestizideinsatzes bei. Je mehr Gen-Soja angebaut wird, desto höher ist auch die eingesetzte Menge an Unkrautvernichtungsmitteln. Hierbei weisen Forscher auf einen Zusammenhang zwischen GVO, Pestiziden und dadurch hervorgerufene Resistenzen gegen Antibiotika bei Hunden hin.

Hundefutter mit GVO:

Füttern oder nicht füttern?

Neben dem steigenden Bewusstsein für die ökologischen Risiken von transgenen Pflanzen sind viele Hundebesitzer zunehmend über die gesundheitlichen Folgen von GVO für ihre Vierbeiner besorgt. Denn welche Konsequenzen gentechnisch veränderte Bestandteile für die Gesundheit des Hundes haben, bleibt mangels Langzeitstudien nach wie vor ungewiss. Wer seinen Hund vor möglichen Gesundheitsrisiken schützen möchte, sollte daher ganz genau auf das Etikett achten. Denn ein gesundes und langes Hundeleben beruht auf gesunder Ernährung und dem richtige Futter.

TIER.TV


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