Anweiden im Frühjahr

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Anweiden © fchosson – WIkipedia

Wenn der Frühling kommt, dürfen viele Pferde wieder auf die Weide. Doch zu schnelles Anweiden kann zu Komplikationen führen. Es empfiehlt sich deshalb, die Tiere langsam an das frische Grün zu gewöhnen.

Probleme bei zu schnellem Anweiden

Viele Reitställe schließen ihre Koppeln über die Wintermonate. Für die Pferde bedeutet das ein Aufenthalt im Stall und im Paddock. Das hat zur Folge, dass sich die Pferde beim ersten Weidegang wild über das frische Grün hermachen. Doch das kann gefährlich werden.

 Denn frisches Gras enthält im Frühjahr sehr viel Eiweiß, das den Tieren nicht bekommt. Es kann schnell zu einem Eiweißüberschuss kommen, der den Stoffwechsel des Pferdes stark belastet. Ein Anzeichen für zuviel Einweiß können angeschwollene Beine sein. Spätestens wenn dieses Symptom auftritt, sollte das Pferd weniger Gras fressen.

 Pferde haben zum Verdauen von frischem Gras außerdem besondere Bakterien im Darm. Die Anzahl dieser Bakterien sinkt jedoch, wenn im Winter nur Heu, Stroh und Kraftfutter gefüttert wird. Aus diesem Grund muss die Umstellung auf Gras langsam vor sich gehen, damit sich die nützlichen Bakterien im Darm vermehren und bei der Futterverwertung helfen. Erfolgt die Umstellung zu schnell, besteht die Gefahr von Koliken und Durchfällen.

Hufrehe und Bockhuf

Ein weiteres Risiko von zu schnellem Anweiden verbirgt sich im Fruktan, das im frischen Gras steckt. Fruktan ist eine pflanzliche Zuckerart. Zuviel davon kann bei Pferden Hufrehe verursachen. Der Grund: Fruktan kann im Dünndarm des Pferdes nicht abgebaut werden, sondern gelangt direkt in den Dickdarm, was die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen kann. Auch die Entstehung des Bockhufs wird durch den plötzlichen Überschuss an Nährstoffen begünstigt.

Wie richtig Anweiden?

Verbringt das Pferd den Winter in der Box, empfiehlt es sich, das Pferd anfangs nur wenige Minuten am Tag grasen zu lassen. Die Zeit auf der Weide kann dann Tag für Tag verlängert werden. Für die zweite Stufe eignet sich eine kleine Weide, auf der die Tiere leicht wieder eingefangen werden können, denn einmal auf der Weide, trennen sich die Pferde im Frühjahr nur ungern wieder von ihr. 

Ist das Pferd auf der kleinen Weide an längeres Grasen gewöhnt, kann man den Schritt auf die große Weide wagen. Aber auch dort sollte die Weidezeit ganz langsam in Schritten von 30 bis 60 Minuten erhöht werden. Ist die Weide zu weit entfernt, kann das Anfüttern von frischem Gras auch im Stall erfolgen. Damit alles gut geht, sollte diese Anweidezeit mindestens 14 Tage dauern.

TIER.TV


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