Welches Tierspielzeug ist das richtige?

Nicht jedes Spielzeug ist zu empfehlen

Nicht jedes Spielzeug ist zu empfehlen © jhadow – Flickr

Hund, Katze, Hamster – Tiere brauchen Beschäftigung und freuen sich über Spielzeug. Doch beim Kauf sollte man nicht gemäß dem Grundsatz „bunt, dekorativ und pflegeleicht“ entscheiden, rät der Deutsche Tierschutzbund. Denn bestimmtes Tierspielzeug kann für Haustiere unter Umständen schädlich sein oder sogar gefährlich werden.

Neben Freunden und Familie möchten viele Tierfreunde auch ihren Vierbeinern zu Weihnachten etwas Besonderes schenken. Allerdings entpuppen sich oft gut gemeinte Geschenke als Gefahrenquelle für das geliebte Haustier. Der Deutsche Tierschutzbund gibt daher Tipps, worauf man beim Geschenkkauf achten sollte. So kann zum Beispiel für Hund und Katze ein neues Körbchen ein gelungenes Geschenk sein. Eine schöne Ablenkung zum Trubel in der Weihnachtszeit bieten auch sogenannte Intelligenzspielzeuge. Man sollte bei der Wahl des Spielzeuges jedoch darauf achten, dass keine Teile verschluckt werden können. Metall- oder Kunststoffteile können zudem eine Verletzungsgefahr darstellen.

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Hamster tummeln sich gerne in bunten Röhren, für Hunde sind Tischtennisbälle eine preiswerte und gute Wahl. So denken Viele, die Vierbeiner oder deren Halter beschenken möchten. Doch weit gefehlt! Viel Spielzeug, das im Handel angeboten wird, ist nicht unbedingt auch gut für das Tier. Lange schon setzt sich der Deutsche Tierschutzbund dafür ein, dass solch gefährliches Spielzeug vom Markt genommen wird.

Diese Spielzeuge sind schädlich

Wer schenken will, sollte sich also vorher informieren. Der Deutsche Tierschutzbund gibt Empfehlungen, worauf man beim Kauf von Tierspielzeugen achten sollte:

Katzen:

  • Bei Spielzeug aus Fell oder Hartplastik besteht Verletzungsgefahr durch Draht-, Glas-, Metall- oder Kunststoffteile
  • An Spielzeugen, die aufgehängt werden, können Katzen hängen bleiben und sich verheddern. Diese nur unter Aufsicht verwenden.
  • Verschlucktes Nähgarn führt zu Verletzungen im Darm.
  • Kleine Bälle aus Alufolie, Schaumstoff oder Styropor können verschluckt werden.

Empfehlenswert für Katzen sind Golfbälle, Squashbälle, aufziehbares Kinderspielzeug aus Metall und Vollgummispielzeug.

Gefährlich können unter anderem auch die als Katzenspielzeug angebotenen Laserpointer, deren Lichtstrahl von Katzen gejagt werden soll, sein. Der Deutsche Tierschutzbund rät dringend vom Kauf ab, da es zu starken Verbrennungen im Auge von Mensch und Tier kommen kann, wenn der Lichtstrahl auf das Auge trifft.

Hunde:

  • Zu kleines Spielzeug (Bälle oder Wurfspielzeug) kann verschluckt werden.
  • Einige Materialien (z. B. Vinyl = PVC) kann zu Vergiftung führen oder zu Verletzungen beim Zerbeißen oder beim Verschlucken (im Darm).
  • Tennisbälle werden gerne zerkaut, die rauhe Oberfläche wirkt dabei wie Schmirgelpapier auf die Zähne.

Empfehlenswert für Hunde sind Vollgummiprodukte oder dicke, geflochtene Seilstücke. Hier sollte man jedoch unbedingt auf die für den Hund passende Größe achten.

Hamster:

  • Viele Hamsterspielzeuge enthalten Weichmacher, verschluckte Kunststoffteile können im Magen zu Verletzungen führen.
  • So genannte „Hamsterkugeln“ sind gefährlich! Aus ihnen können sich die Tiere nicht befreien und sie können auch Geschwindigkeit und Richtung der rollenden Kugel nicht steuern. Für die Nager ist das purer Stress, die Verletzungsgefahr ist groß, es droht außerdem Gefahr durch Ersticken!
  • Auch aus „Hamsterautos“, die sich bewegen, sobald der Hamster im Laufrad läuft, können gefährlich werden. Knochenbrüche können die Folge sein, da sich der Hamster nicht selbst befreien kann.

Empfehlenswert für Hamster sind Spielzeuge und Höhlen aus natürlichen Materialien, wie Holz, Ton oder Kork.

Hamsterbesitzer sollten keinesfalls Laufräder und anderes Inventar aus Kunststoff für das Gehege kaufen: Zum einen sind sie oft scharfkantig und somit verletzungsträchtig, zum anderen nagen die munteren Vierbeiner den Kunststoff gerne an, was beim Verschlucken zu gefährlichen inneren Verletzungen führen kann. Von Nagergeschirren für Meerschweinchen oder Hamster ist dringend abzuraten, da es sich bei diesen Tierarten um Fluchttiere handelt, die den direkten Kontakt zum Menschen scheuen. In ein Geschirr geschnürt zu werden, bedeutet puren Stress. Freilauf sollte den Tieren lieber im tiersicher gestalteten Zimmer oder auf einem eigens erstellten, dem Tierbedürfnis angepassten, Spielparcours ermöglicht werden.

Spiegel und Plastikvögel im Wellensittich-Käfig mögen vielleicht dem Halter gefallen, dem Tier ersetzen diese Utensilien jedoch nicht den für das Wohlbefinden unerlässlichen Artgenossen.

Festessen für Haustiere

Viele Menschen wollen ihren geliebten Tieren zu Weihnachten eine Freude bereiten. Das Verfüttern von Süßigkeiten und gewürzten Speisen ist jedoch nichts für sensible Hunde- und Katzenmägen. Manche der für den menschlichen Verzehr gedachten Speisen können zu schweren Vergiftungen führen. Außerdem sollte den Tieren nichts zu fressen gegeben werden, was eine Verletzungsgefahr birgt, also keine Fischgräten und splitternde Geflügelknochen. Essensreste sind daher auch immer direkt wegzuräumen. Wer seinem Haustier eine kulinarische Freude bereiten möchte, kann eine neue Sorte der Lieblingsleckerlis ausprobieren. Oder man überrascht seinen Liebling mit selbstgemachten Hunde- oder Katzenkeksen. Eine tiergerechte Geschenkverpackung bietet zudem auch noch Beschäftigung.

Wer diese Tipps beachtet, kann beim Schenken eigentlich nichts verkehrt machen. Wer noch mehr Informationen möchte, kann diese beim Deutschen Tierschutzbund finden:

www.tierschutzbund.de/heimtiere-spielzeug.html

TIER.TV


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