Wirksame Flohmittel für Katzen und Hunde

Mit Halsband, Spray & Co. gegen die Blutsauger

Mit Halsband, Spray & Co. gegen die Blutsauger © Miguel Guti

Flöhe sind lästige Parasiten bei Hunden und Katzen, die krank machen. Denn Flöhe lösen nicht nur starken Juckreiz aus, sie verursachen auch Allergien und übertragen Bakterien und Bandwürmer.

stellt Flohmittel vor: Vom Halsband über den Spray bis zur chemischen Keule.

In Apotheken und im Tierfachhandel gibt es zahlreiche frei verkäufliche Flohmittel. Auch beim Tierarzt sind verschiedene Präparate erhältlich. Doch wie wirken die einzelnen Flohmittel? Und welches Produkt ist das Richtige für mein Haustier?

Flohhalsband

Halsbänder gegen Flöhe gibt es in verschiedenen Stärken, die sich nach Größe, Gewicht und Rasse des Tieres richten. Die Bänder müssen dem jeweiligen Tier entsprechen, da sie sonst keine Wirkung zeigen. Ein Halsband wirkt nicht, wenn beispielsweise ein Schäferhund mit einem Flohhalsband für Dackel ausgestattet wird. Da die Bänder giftige Wirkstoffe enthalten, sollten Kleinkinder mit den Tieren nicht in Kontakt kommen. In der Regel wirken die Flohhalsbänder bis zu drei Monate. Danach sollte ein neues Halsband angelegt werden, um einem erneuten Flohbefall vorzubeugen.

Flohpuder

Flohpuder ist sowohl beim Tierarzt als auch im Tierfachgeschäft erhältlich. Er besteht aus Kieselerde, die den Flöhen bei Kontakt die Körperflüssigkeit entzieht. Die Flöhe trocknen aus und sterben. Für Hund und Katze ist der Puder ungefährlich. Der Flohpuder wird direkt in das Fell des Tieres eingerieben. Da der Puder sehr fein ist und sich rasch verflüchtigt, sollte das Tier täglich damit behandelt werden. Besonders der Schlafplatz und auch die restliche Umgebung des Tieres sollte zusätzlich mit dem Flohmittel bestäubt werden.

Flohspray

Im Gegensatz zum Flohpuder werden Flohsprays nur für die Behandlung der Tierumgebung benutzt. Mit Hilfe des Sprays werden Flöhe und Floheier auf der Hundedecke, im Körbchen und auf allen anderen Lieblingsplätzen des Vierbeiners unschädlich gemacht. Bei der Anwendung des Sprays sollte der Raum ausreichend gelüftet werden, da sich die Wirkstoffe schnell in der Luft verteilen. Am besten das zu versprühende Flohmittel täglich vor dem zu Bett gehen anwenden. Über Nacht wird eine lange Einwirkzeit erzielt, ohne dass sich jemand in dem Raum aufhält.

Flohshampoo

Bei Flohbefall können die befallenen Tiere auch mit einem speziellen Flohshampoo gebadet werden. Die Wirkung des Shampoos hält maximal eine Woche an. Das Flohmittel ist daher auch nur zur Bekämpfung von einer vorhandenen Flohinfizierung geeignet, nicht aber als vorsorgende Maßnahme. Am besten wirken Flohshampoos in Kombination mit einem Umgebungsspray gegen Flöhe. Es gibt auch natürliche Flohmittel, wie etwa Olivenölseife, die Flöhe durch den feinen Schaum abtötet.

Spot-on Produkte

Flohmittel wie Spot-on Produkte gibt es beim Tierarzt oder im Fachhandel. Spot-on Produkte sind in kleinen Tropfflaschen verpackt. Je nach Größe des Tieres müssen die entsprechende Anzahl Tropfen in den Nacken des Tieres aufgetragen werden. Die meisten Flöhe werden vom chemischen Flohmittel innerhalb von 48 Stunden abgetötet. Je nach Stärke des Befalls muss die Tropfenbehandlung wiederholt werden. Am besten mit dem Tierarzt absprechen. Besonders nach der Anwendung mit Spot-on Präparaten darf das Tier eine Zeit lang nicht gestreichelt werden, da sich chemische Flohmittel-Rückstände im Fell der Tiere befinden könnten. Auch sollte man Kinder vor allem in den ersten 30 Minuten nach der Anwendung von dem Tier fernhalten.

Flohtabletten

Beim Tierarzt gibt es sogenannte „Flohtabletten“, die dem Futter beigemischt werden. Diese Flohmittel unterbrechen den Entwicklungszyklus von Flöhen, ohne dabei dem infizierten Tier zu schaden. Einige Tabletten können das Blut des Haustiers verändern. Nach dem Biss sterben die Flöhe sofort und können keine Eier mehr legen. Andere Flohmittel in Tablettenform greifen den Chitinpanzer der Floheier an. Es können keine Flöhe mehr schlüpfen. Flohtabletten nur in Absprache mit dem Tierarzt verwenden!

Besser Beraten beim Tierarzt

Auch wenn verschiedene Flohmittel im Fachhandel zu erwerben sind – der Tierarzt sollte besser aufgesucht werden. Häufig sind in der Tierarztpraxis spezielle Produkte erhältlich, die nicht frei verkäuflich sind, besser und schneller wirken und zudem genau auf die Verträglichkeit der Tiere abgestimmt sind. Nicht vergessen – der Beipackzettel des Flohmittels muss vorher immer sorgfältig gelesen werden! Unbedingt empfehlenswert: Dem Hund oder der Katze eine Wurmkur vorab zu verabreichen. Durch das Kratzen und Belecken der Einstichstellen können die Tiere den Floh verschlucken und sich so zusätzlich mit einem Bandwurm infizieren. Ganz wichtig: Bei der Verwendung von Flohmitteln unbedingt an die Umgebung der betroffenen Tiere denken! Häufig ist das Umfeld stärker befallen als die Wirtstiere selbst!

Warum bei Flohbeseitigung das Augenmerk nicht nur beim Tier sondern auch auf der Wohnung liegen muss

Einzig nur das Tier zu behandeln ist zwecklos, denn hier sitzen die Tiere nur zum Saugen; der große Rest hängt und krabbelt und entwickelt sich im Teppich bzw. in der Umgebung des Tieres (Schlafplatz). Die Wohnung oder das Haus komplett „Floh-sauber“ zu bekommen, bedarf eines großen Aufwandes und ist nur mit kontinuierlichem Einsatz möglich. Wichtig zu wissen: Zwar ist der Floh nicht mehr die tödliche Bedrohung wie im Mittelalter, als die von ihm übertragene Pest-Erkrankung ganze Landstriche entvölkerte, aber auch heutzutage werden durch Flohstiche bei Katze und Hund oft Allergien ausgelöst sowie Milben und Bakterien eingeschleppt. Außerdem ist der Floh der wichtigste Überträger für den Gurkenkernbandwurm, der häufigste Bandwurm von Haustieren. Dieser Wurm kann auch auf den Menschen übergehen.

Info zum Floh:

  • Ausgewachsene Flöhe sind durchgehend aktiv, da sie auf einem warmen Säugetier wohnen. Ohne Wirt reagieren sie stark auf Temperaturen und vermehren sich unterhalb von 5°C nicht mehr. Durch ihren Kokon geschützt, sind Flohpuppen aber recht widerstandsfähig und können bis zu einem halben Jahr überleben.
  • Die Lebensdauer eines Flohes beträgt etwa 3 Monate. Der Entwicklung beginnt mit dem Flohei. Die durchsichtig-hellen Eier, von denen pro Tag ca. 40 bis 50 Stück gelegt werden können, bleiben im Fell nur schlecht kleben und rieseln meist herab. Sie lassen sich leicht mit einem Staubsauger absaugen.

 

TIPP: Tägliches Staubsaugen für die Bekämpfung in den Wohnräumen.

  • Der Müllbeutel muss regelmäßig entsorgt werden – möglichst eingebunden in eine Plastiktüte! Und auch der Dampfreiniger kann hier gute Dienste leisten; er holt die Flohpuppen durch die Wärme in die nächste Entwicklungsstufe und diese können dann wiederum zeitnah abgesaugt werden.
  • Für den frühzeitig erkannten Flohbefall können biologische Mittel zum Einsatz kommen, wie z.B. Kieselgur; dies ist für die Umgebung und für das Tier direkt geeignet.
  • Kieselgur ist ein wichtiger Aufbaustoff für Haare, Krallen, Zähne, Knochen und Gewebe. Kieselgur fördert eine geregelte Verdauung, bindet Schadstoffe im Darm, beugt Durchfällen und dünnem Kot vor, verbessert Haut und Fellqualität und wird zur Wurmbehandlung eingesetzt.
  • Kieselgur wird ebenso wie andere Puder einfach in das Fell einmassiert. Die Mieze fühlt sich vom Fell her zwar etwas stumpf danach an, aber es besteht so keine Gefahr zu viele Nervengifte in die Katze zu bringen, wie es verschiedene Spot-On-Präparate machen. Leckt sich die Katze, schadet es nicht.
  • Werden Insekten damit bestäubt, verlieren sie ihre Lipidschicht, die sie vor Wasserverlust schützt. Sie sterben an Austrocknung (24-72 Stunden nach Kontakt). Möglicherweise verletzt es auch die Mundwerkzeuge und den Magen-Darm-Trakt und verstopft die Atmungsorgane (Tracheen). Dies erinnert an die ausgiebigen Staubbäder von Vögeln und Säugetieren zur Körperpflege und Parasitenabwehr.
  • Für das frühzeitige Bekämpfen in der Wohnung stehen ebenso biologische Mittel zur Verfügung (z.B. Exner Petguard). Umgehendes Handeln ist also absolut notwendig, denn die Vermehrung geht rasant!
  • Denken Sie in diesem Fall auch an einen Tierheilpraktiker, der Ihnen daheim eine gute Unterstützung sein kann.
Cornelia Kuhn

Cornelia Kuhn

arbeitet als „Geprüfte Tierheilpraktikerin“ (Zertifizierung beim Verband Deutscher Tierheilpraktiker e.V.) in Berlin.
Neben ganzheitlicher Tierheilbehandlung liegen ihre Schwerpunkt im Bereich der klassischen Homöopathie und der Verhaltenstherapie von Katzen. Sie berät Katzenbesitzer bei den Themen Unsauberkeit – hilft bei der Zusammenführung von Tieren – berät bei der Erstanschaffung und bei Aggressivität bei Katzen und auch Hunden.

Mobile Tierheilpraxis Kuhn

Alle ArtikelAlle Artikel von