Aus Osteuropa importierte Welpen schleppen Staupe ein

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Aus Osteuropa importierte Welpen schleppen Staupe ein

Ungeregelte und ungeprüfte Hundeimporte aus Rumänien werden zum Problem – BDT warnt vor voreiligen Mitleids-Käufen – Konsumenten brauchen Information

Die in Deutschland lange als besiegt geltenden Tierkrankheiten wie Staupe oder Tollwut  sind  durch den  ungeprüften Tierhandel mit beispielsweise Welpen aus Rumänien wieder auf dem Vormarsch. Der überregionale Tierschutzverein Bund Deutscher Tierfreunde e.V. warnte vor  dem ungeprüften Kauf von Hunden aus Osteuropa und besonders Rumänien. Viele der Tiere werden von selbsternannten Tierschützern ohne Voruntersuchungen nach  Deutschland importiert und dort zum Verkauf angeboten. Vor der Hintergrund der immer wieder veröffentlichten  Filme und Bilder der brutalen Hundefänger in Rumänien entschließen sich unbedarfte Tierfreunden oft zum „Mitleids-Kauf“ , ohne zu wissen welche Gefahren drohen.

Fälle gibt es inzwischen in allen Landesteilen. Die für Hunde lebensgefährliche und hochansteckende Viruskrankheit Staupe hat beispielsweise drei aus Rumänien importierte Welpen in Villingen-Schwenningen Ende Dezember das Leben gekostet. Das Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises rief Hundehalter auf, ihre Tiere impfen zu lassen.  An Staupe erkranken insbesondere Hunde und Füchse. Besonders gefährdet sind dabei Welpen und alte Hunde. Die Staupe beginnt beim Hund zumeist mit hohem Fieber, Mattigkeit und Fressunlust. Später kommen häufig Husten, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe, blasiger Hautausschlag oder eine übermäßige Verhornung der Sohlenballen und des Nasenspiegels hinzu. Staupe ist nur schwer zu behandeln und führt häufig zum Tod der Tiere.

Die drei betroffenen Welpen waren nach Informationen aus Baden-Württemberg ohne Schutzimpfungen von Rumänien nach Deutschland verbracht worden und sind hier kurz nach ihrer Ankunft erkrankt. Trotz intensiver tierärztlicher Behandlung konnten die drei Welpen nicht gerettet werden und mussten aufgrund ihrer schweren Krankheitssymptome eingeschläfert werden. Nach Angaben der Veterinärmedizinischen Universität in Wien haben die eingeschleppten Krankheiten das Potential, sowohl Nutztiere und Wildtierpopulation zu gefährden als auch Menschen oder Haustiere, die mit diesen in Kontakt kommen. Auch das Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin-Düppel warnte vor Staupe, die zudem nicht selten von Zuchthunden aus Polen eingeschleppt werde. Rund ein Dutzend Fälle jährlich würden registriert. Neben Staupe und Tollwut sind auch andere Tiererkrankungen durch den unkontrollierten Import im Vormarsch.

Der Bund Deutscher Tierfreunde rief die Verbraucher dazu auf, nicht aus purem Mitleid ungeprüft einen osteuropäischen Welpen zu kaufen.  Viele Tierhändler tarnen sich inzwischen als angebliche Tierschützer und verkaufen diese Mitleids-Welpen. Konsumenten sollten sich genau informieren, ob alle veterinärmedizinischen Untersuchungen durchgeführt wurden. Dabei reichen die vorgezeigten Papiere der Tiere oft nicht, denn im Hundehandel gibt es zahlreiche gefälschte Bescheinigungen und besonders Impfzeugnisse. An einem Hundekauf interessierte Tierfreunde sollten sich zunächst an ein Tierheim oder einen Tierschutzverein ihres Vertrauens wenden und sich genau informieren, bevor sie einem illegalen Hundehändler aus Mitleid einen Welpen abkaufen. Mitleid ist die Verkaufsmasche dieser skrupellosen Händler. Informierte Verbraucher sind deshalb die beste Waffe gegen diese Form der Hundemafia.

Bund Deutscher Tierfreunde e.V.

Am Drehmanns Hof 2
47475 Kamp-Lintfort
Tel.: 02842/92 83 20
Fax: 02842/92 83 220

www.Bund-Deutscher-Tierfreunde.de

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