Eisbomben für Hanna

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Hanna mit Eisbombe © VIER PFOTEN, Sabine Steinmeier

Hanna genießt sommerliche Leckereien im BÄRENWALD. Vier Monate ist es her, dass Bärin Hanna von der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN in den BÄRENWALD Müritz übersiedelt wurde.

Die schüchterne Hanna braucht viel Zeit, um sich im Bärenschutzzentrum an ihre neue Umgebung, an die vielen ungewohnten Gerüche und Geräusche zu gewöhnen. Doch bei sommerlichen 30 Grad ist Hanna jetzt etwas aufgetaut. Tagsüber liegt sie an ihrem Badeteich und lässt sich eine ganz besondere Leckerei schmecken: Eisbomben! Dafür haben die Tierpfleger Nüsse, Birnen, Äpfel, Kiwis, Weintrauben und Melonenstücke in großen Eisblöcken eingefroren. In der Hitze sind die Eisbomben für die Bären Abkühlung, Beschäftigung und Leckerei zugleich, denn um an die köstlichen Früchte zu kommen müssen sie zuerst das Eis drum herum schmelzen oder knacken. Auf ihr Gewicht muss Hanna dabei nicht achten – mit zierlichen 150 Kilo ist sie eine der leichtesten Bären im BÄRENWALD.

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Eisbombe bei 30 Grad für einen dicken Pelz © VIER PFOTEN, Sabine Steinmeier

„Bei 30 Grad in einem dicken Pelz zu stecken ist sicherlich nicht besonders angenehm“, meint Sabine Steinmeier, Cheftierpflegerin des BÄRENWALD Müritz. „Umso besser ist es, dass die Bären bei uns zum Abkühlen ein ausgiebiges Bad nehmen und sich ein Eis schmecken lassen können. Zu einem Schläfchen können sie sich in den Schatten der Bäume zurückziehen. So geht dann auch der wärmste Tag schnell vorüber.“

Bevor sie in den BÄRENWALD kam, lebte die 22 Jahre alte Hanna im Tierpark Wolgast. Wegen anhaltendem Nasenausfluss wurde ihre Übersiedelung in das Bärenschutzzentrum an der Müritz beschlossen. Hier hat sich die Nasenerkrankung sichtbar gebessert, ist jedoch noch nicht ganz verschwunden. Zu hundert Prozent angekommen ist Hanna im BÄRENWALD aber noch nicht. Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier: „Jeder Bär hat seinen ganz eigenen Charakter und braucht daher unterschiedlich lange Zeit, um sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen. In Wolgast hatte Hanna Betonboden unter den Pfoten, sie kannte weder Wiese noch Blumen und hatte jahrelang keinen Kontakt zu anderen Bären. Dazu kommt, dass Hanna von Natur aus eher eine schüchterne, sensible Bärendame ist. Sie wird sicher noch einige Monate brauchen, bis sie aufhört zu stereotypieren und sich bei uns so richtig wohl fühlt. Doch diese Zeit lassen wir ihr gerne.“

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Zum Abkühlen ein Bad und ein leckeres Eis © VIER PFOTEN, Sabine Steinmeier

Der BÄRENWALD Müritz ist ein Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN. Das 16 Hektar große Freigehege bietet Bären aus schlechter Haltung seit 2006 ein tiergerechtes Zuhause. Inzwischen leben 19 gerettete Bären im BÄRENWALD. Besucher können die Bären auf einer Wanderung durch den Wald erleben und an einzelnen Stationen mehr über die interessanten Wildtiere erfahren.

Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN setzt sich für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Mit nachhaltigen Kampagnen fordert VIER PFOTEN artgemäße Lebensbedingungen für Nutz-, Heim- und Wildtiere sowie ein Ende von Tierversuchen. Bären und Großkatzen aus katastrophaler Haltung finden in den VIER PFOTEN Schutzzentren ein tiergerechtes Zuhause. Orang-Utan-Waisen werden in der VIER PFOTEN Waldschule auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Die Streunerhilfe kastriert jährlich tausende Straßenhunde und -katzen in ganz Europa; die Tiernothilfe rettet Tiere in Krisengebieten. VIER PFOTEN wurde 1988 von Helmut Dungler in Wien gegründet. Das deutsche Büro unter der Leitung von Dr. Andrea Berg ist eine von weltweit 11 Niederlassungen und feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. VIER PFOTEN Deutschland ist Mitglied im Deutschen Spendenrat und im Bundesverband Deutscher Stiftungen. www.vier-pfoten.de

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