Igel

Igel im Winter

Igel im Winter © paperniche – flickr

Barbara Zellin betreibt in Berlin eine Rettungsstation für Igel. Im TIER.TV-Video berichtet sie von ihrer Arbeit. Doch soll man Igel überhaupt bei sich überwintern lassen? Informationen für Tierfreunde.

Igel sind an kalte Temperaturen gut angepasst und halten normalerweise Winterschlaf. Dafür fressen sie sich eine dicke Fettschicht an und suchen sich ein molliges Versteck. Doch manchmal lohnt es sich genauer hinzusehen: Kranke Tiere oder Igel, die im Winter aufgeschreckt werden, sind dankbar für menschliche Hilfe.

Diesen Tieren sollte man helfen:

  • Sehr kleinen Igeln, mit eventuell noch geschlossenen Augen und Ohren, die sich tagsüber alleine außerhalb des Nestes aufhalten.
  • Verletzten oder eindeutig kranken Igeln, die tagsüber mager und apathisch herumlaufend oder in einer Ecke kauern.
  • Igeln, die nach Wintereinbruch (Dauerfrost) noch tagsüber herumlaufen.

Wichtige Hinweise für Tierfreunde:

  • Igel sind Wildtiere und stehen unter Naturschutz. Es ist verboten, sie einzufangen!
  • Wenn man jedoch eindeutig feststellt, dass das Tier hilfsbedürftig ist, darf man es bei sich überwintern lassen.
  • Im Frühjahr müssen die Tiere unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Igel dürfen nicht als Haustiere gehalten werden!

Igel überwintern: So geht’s

  • Der Igel sollte vor dem Winterschlaf ca. 600 g wiegen. Bis dieses Gewicht erreicht ist, zufüttern: Igelfutter aus der Zoohandlung oder Nass- oder Trockenfutter für Hunde und Katzen sind gut geeignet. Achtung: Milch vertragen die stacheligen Gesellen nicht!
  • Als Winterquartier dient eine ca. 2 qm große Kiste. Diese mit Zeitungspapier auslegen. In die Kiste ein Schlafhäuschen mit Öffnung stellen, z. B. einen umgedrehten Schuhkarton. Diesen mit Küchenrolle gut auspolstern.
  • Hat der Igel sein Schlafgewicht erreicht (regelmäßige wiegen!), nicht mehr füttern. Nach etwa zwei Tagen zieht sich das Tier in sein Schlafhaus zurück und darf nicht mehr gestört werden.
  • Die Kiste auf den Balkon, in einen Schuppen oder in einen kühlen, ruhigen Raum stellen.
  • Ob der Winterschlaf anhält, lässt sich durch Tesafilm, der vor die Öffnung des Schlafhauses geklebt wird, kontrollieren.
  • Im April wacht der Igel auf. Das Tier dann noch etwa zwei bis drei Wochen füttern und möglichst an der Fundstelle wieder aussetzen.

Hilfe für freilebende Igel

  • Rückzugsmöglichkeiten im Garten schaffen: Laubhaufen und andere Unterschlupfmöglichkeiten nicht vollständig wegräumen.
  • Fallobst liegen lassen, das fressen Igel gerne.
  • Vorsichtig sein, wenn man den Garten winterfest macht. Vielleicht hat sich ein Igel bereits ein Versteck gesucht.

TIER.TV


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